Umbau und Einsatzwertsteigerung von RW 1 (ex Bund)

 

Die Feuerwehr Düsseldorf versucht seit Jahren regelmäßig auch ältere Fahrzeuge, die noch längere Zeit genutzt werden sollen, auf einem möglichst aktuellen Stand zu halten. Dies ist nicht nur preiswerter als früher neuere Fahrzeuge zu beschaffen, es erfüllt in bestimmten Bereichen sogar besser den Zweck als neuere Fahrzeuge (die meist in den Abmessungen und Preisen auch deutlich zunehmen)

 

Von mehreren RW 1 aus den ehemaligen LZ-R des Katastrophenschutzes hat die Stadt Düsseldorf zwei Fahrzeuge in den kommunalen Bestand (kommunaler KatS) übernommen. Die Berufsfeuerwehr verfügt über zwei RW 2 (einen ständig besetzt an der Technik- und Umweltwache, den zweiten als Reservefahrzeug an der kommunalen Feuerwehrschule bzw. der FRW 6), die bei praktisch jeder größeren technischen Hilfeleistung alarmiert werden.

 

Die voll geländegängigen RW 1 der FF dienen dazu, auch Einsatzgebiete erreichen zu können, die die deutlich größeren und schwereren „HLF“ (LF 24 oder LF 16/12) bzw. die beiden RW 2 trotz Allradantrieb nicht mehr erreichen können. Dazu gehören ausgedehnte Bereiche in den Naherholungsgebieten (Wälder, Seen) sowie die Strecken entlang weiter Bereiche des DB-Schienennetzes im Stadtgebiet und nicht zuletzt die Erreichbarkeit von bei Hochwasser teil-überfluteten Stadtteilen bzw. Straßen (Watfähigkeit erforderlich).

 

Um die Fahrzeuge besser einsetzbar und auch sicherer zu machen, wurden in der feuerwehreigenen KFZ-Werkstatt folgende Maßnahmen zur Leistungs- bzw. Einsatzwertsteigerung durchgeführt: 

Umbauzeit „nebenbei“: 43. bis 47. KW 2003  

Warnanlage:

-         Einbau einer gebrauchten WA 23 mit zwei kleinen Lautsprechern und Mikro für Außendurchsagen (Erhöhung der Sicherheit)

-         3. Blaulicht am Fahrzeugheck (Erhöhung der Sicherheit)

-         Einbau Frontblitzer Hänsch Typ 40 Pico (Erhöhung der Sicherheit)  

       frontblitzer.jpg (116999 Byte) Frontblitzer

-         Einbau Bedienteil Hänsch Stuttgart II (dieses Bedienteil, oder eine identische Schalteranordnung, wird zur Vereinheitlichung in allen Fahrzeugen seit ca. 2000 verbaut)  

      adalit.jpg (171161 Byte) Bedienteil

Beklebung:

-         Umrißbeklebung – war bei den Fahrzeugen bereits im Vorfeld des Umbaus ergänzt worden (Erhöhung der Sicherheit)

-         Teilweise Neubeschriftung (wegen Umstationierung): z.B. Änderung der Fahrzeugbeschriftung auf “17" (Nummer der Stationierungs-Löschgruppe)

 

Heckwarnanlage:

-         Einbau Heckwarnanlage Hänsch BL 600 (zur rückwärtigen Absicherung, Erhöhung der Sicherheit)

-         Bedienteil in GR

-         Ein-/Ausschaltfunktion im Fahrerhaus über Bedienteil Stuttgart II (Heckwarnanlage kann nur bei eingelegter Handbremse geschaltet werden, das ist leider nach wie vor in NRW so vorgeschrieben)

 

Kommunikationstechnik:

- Einbau von zwei 2m FuG inkl. Ladegeräten.  

   funk.jpg (88570 Byte) FuG

Ladetechnik:

-         Einbau einer 230 V Einspeisesteckdose am Aufbau vorne links

-         Einbau 230 V Bordnetzverteiler mit Sicherungsautomat und FI-Schalter in G 2

-         Einbau LEAB Lader ABC 24V/30A in G 2

-         Unterspannungsschutz:

·        LEAB 40 A in G 2 für dortige Verbraucher

·        LEAB 40 A im Fahrerhaus für Funk, Adalitlampe und Warnanlage

 

G 1:

-         Umbau Schublade

-         Ausbau Brennschneidgerät (Brennschneidgeräte erfordern umfangreiche Schulungen, die Leistungsfähigkeit der Geräte ist eher gering, die Einsatzdauer aufgrund der sehr kleinen Flaschen begrenzt. Die Geräte wurden ins Alarmgerätelager verbracht und dort eingelagert. Sie stehen auf Abruf bei Bedarf in der „3. Welle“ zur Verfügung.)

-         Einbau Halter für Scheinwerfertrage

-         Einbau Halter für Wimutec-Säge

-         Einbau Kiste mit Anschlagkette und Bandschlinge

-         Einbau Halter für Stativ

-         Erweiterung des Unterbaumaterials:  

                weichholz.jpg (97099 Byte)  

Weichholz 100 x 100 x 500 und passende Weichholzkeile in Schublade

-         „Schwellenverbinder” und Multiplexklötze 100x200x500 und 150x200x500 in bestehende Fächer (Stabiles Unterbaumaterial)

 

G 2:

-         Einbau Ladetechnik

-         Einbau von 2 Handlampen SEB 8 in Ladehalterungen

-         Einbau von 2 Handlampen Adalit in Ladehalterung

-         Einbau Arbeitsstellenscheinwerfer Teklite (Akku) mit Ladegerät

-         Einbau von 3 Warnblitzleuchten in Ladehalterungen (Erhöhung der Sicherheit)  

     lampen.jpg (146846 Byte)  Warnblitzleuchten

G 3:

-         Ausbau Halter für Unterlegkeile (Windenbetrieb) und Halter San-Kasten

-         Einbau Halter für 2 Kisten mit Hartholzklötzen (Standardsatz)

-         Einbau Halter für 2 Stufenklötzen

-         Einbau Halter für Verbandkasten

 

G 4:

-         Anpassung Halterung Büffel-Winde

-         Ausbau Halter Diesel-Reservekanister

-         Einbau Kiste für Gleitschutzketten

 

G R:

-         Ausbau Halter für eine Druckluftflasche

-         Einbau Halter für Verkehrsleitkegel

-         Einbau Bedienteil für Heckwarnanlage

 

Dach:

-         Aufbau einer BW-Alukiste groß für Unterlegkeile (Windenbetrieb). (Zwar sind die Keile recht schwer und wären besser im Aufbau gelagert, dort ist der Platz jedoch sehr knapp. Der Windenbetrieb ist bei den Fahrzeugen extrem selten.  

      dachkasten.jpg (139073 Byte) Unterlegkeile

-         Aufbau einer Halterung für zwei Bindemittelkanister

 

 

Sonstige Arbeiten:

-         Allgemeine Überholung im Rahmen einer Inspektion

-         Austausch der Stoßdämpfer der Trittbretter (mussten wegen Verschleiß ersetzt werden)

-         Einbau Sicherheitsgurte im Führerhaus

-         Ersatz der Abschleppstange

   

Das Fahrzeug soll mindestens noch 10 Jahre eingesetzt werden.  

Verfasser:

BA Michael Breker

Sachgebietsleiter Werkstätten

 

OBR Dipl.-Ing. Cimolino

Abteilungsleiter Technik  

 

Fotos: M. Breker

 

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf

Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf

letzte Änderung am: 04.03.2004