INFORMATIONEN

die Feuerwehr informiert:
Freitag ist bundesweiter Rauchmeldertag

Unter dem Motto: "Auch Spürnasen riechen keinen Rauch im Schlaf", werben die Feuerwehren in ganz Deutschland am Freitag, 13. April, beim bundesweiten Rauchmeldertag für die nützlichen Warngeräte. Bei einem Brand in den eigenen vier Wänden kann es fatale Folgen haben, dass der Geruchssinn im Schlaf ausgeschaltet ist. Durch den Brandrauch ersticken die Menschen, ohne dass sie wach werden. Sicheren Schutz vor dem Erstickungstod bieten nur vorbeugend installierte Rauchmelder. Aktuell haben mit Niedersachsen bereits zehn Bundesländer eine Rauchmelderpflicht eingeführt. Nordrhein-Westfalen wird voraussichtlich bald folgen.

Das Ziel der breit angelegten Aufklärungskampagne zum Bundesrauchmeldertag ist aber klar: bundesweiter Schutz vor lebensgefährlichem Brandrauch für die Bevölkerung durch Rauchmelder. Trotz aller Vorsicht der Bewohner ist keine Wohnung vor einem Brand gefeit. Zum Beispiel Defekte an elektrischen Anlagen und Geräten können zu Wohnungsbränden führen. Besonders nachts endet ein Brand für Menschen oft tödlich.

"Rauchmelder retten Leben. Denn Brandrauch breitet sich mit hoher Geschwindigkeit in Räumen, Wohnungen und Treppenhäusern aus. Nachts bleibt er oft unbemerkt, da der Geruchssinn des Menschen im Schlaf ausgeschaltet ist. Die Warngeräte dagegen schlagen schon bei geringen Rauchkonzentrationen Alarm und wecken selbst tief schlafende Menschen auf", erklärt Feuerwehrchef Peter Albers.

In Deutschland sterben bei mehr als 200.000 Brandeinsätzen jährlich rund 500 Menschen. Der größte Teil stirbt durch das Einatmen von Brandrauch. Mehr als 5.000 Betroffene verletzen sich bei Bränden. Die Sachschäden, die dabei entstehen, schätzen die Feuerversicherer auf mehr als sechs Milliarden Euro. Wie nützlich Rauchmelder sein können und dass durch ihren Einsatz Schlimmeres verhindert wird, zeigen aktuelle Brände aus Düsseldorf. Dazu einige Beispiele:

Freitag, 3. Februar:
Zwei Rauchmelder haben bei einem Brand in der Küche eines Wohn und Geschäftshauses auf der Königsallee frühzeitig Alarm geschlagen. Ein Mitarbeiter im Ladenlokal hört den Alarmton und ruft die Feuerwehr zu Hilfe. Dadurch bleibt der Sachschaden sehr gering. Ein technischer Defekt an einer Spielzeugeisenbahn ist vermutlich die Ursache für einen Zimmerbrand in der Lenneper Straße in Wersten. Durch den Rauchmelder im ersten Obergeschoss des Einfamilienhauses wird die Mutter der Familie auf das Feuer aufmerksam und kann das Haus mit ihren Kindern und dem Hund rechtzeitig verlassen.

Sonntag, 5. Februar:
Bei einem Zimmerbrand in einer Dachgeschosswohnung am Rosellener Weg werden zwei Bewohner durch Brandrauch verletzt. Beide kommen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen der Feuerwehr rund 25.000 Euro. Ein Rauchmelder hatte den Brand früh signalisiert und verhinderte höheren Schaden.

Mittwoch, 8. Februar:
In einem Mehrfamilienhaus in der Fährstraße brennt in einer Wohnung ein Geschirrspüler. Die Feuerwehrleute werden von einem piependen Rauchmelder durch das Haus in die Brandwohnung geleitet. Das Feuer ist schnell gelöscht. Es gibt keine Verletzten, Schaden: 10.000 Euro.

Dienstag, 21. Februar:
Ein Rauchmelder verhindert in der Herz-Jesu-Kindertagesstätte, wo es zu einem Brand gekommen ist, Schlimmeres. Früh gewarnt evakuiert das Personal den Kindergarten und ruft den Notruf 112 der Feuerwehr an. Der Sachschaden beträgt rund 500 Euro, verletzt wird niemand.

Donnerstag, 1. März:
Bewohner eines mehrgeschossigen Wohnhauses in der Münsterstraße bemerken am Abend das lautstarke Piepen eines Rauchmelders im Treppenhaus. Rauch waberte aus dem Türschlitz von Nachbars Wohnung. Durch das beherzte Eingreifen der Nachbarn kann ein schlafender Mann noch rechtzeitig geweckt und gerettet werden.

Dienstag, 3. April:
Ein Rauchmelder rettet einem älteren Ehepaar in einem Haus an der Benrather Schlossallee das Leben. Angebranntes Essen war die Ursache, die zu einer Verqualmung der Wohnung geführt hatte. Die Senioren blieben unverletzt und es entstand kein Schaden.

"Obwohl 65 Prozent aller Brände tagsüber ausbrechen, werden 70 Prozent aller Brandtoten bei nächtlichen Feuern verzeichnet", erklärt der Feuerwehrchef. Rauchmelder schlagen schon bei geringen Rauchkonzentrationen zuverlässig an und werden oft zum Lebensretter. Sie geben einen lauten Warnton ab. Er weckt auch Tiefschläfer sicher auf. So werden Brandherde früh entdeckt und größere Schäden verhindert. Rauchmelder müssen bei Geschäftsbauten, Industrieanlagen und Hotels eingebaut werden.

In Privatgebäuden gibt es in Nordrhein-Westfalen noch keine gesetzliche Verpflichtung zur Installation von Rauchmeldern. Bei der anstehenden Novellierung der Landesbauordnung solle eine solche Verpflichtung zum Einbau von Rauchmeldern eingefügt werden, teilte das Land NRW im Januar mit. Dabei sollen Mieter oder selbstnutzende Eigentümer für die Installation und Wartung verantwortlich sein. Geplant ist, die Novelle im Herbst vorzulegen. In folgenden Bundesländern sind Rauchmelder bereits vorgeschrieben: Rheinland-Pfalz, seit 2003; Schleswig-Holstein, Saarland; Schleswig-Holstein, je seit 2004; Hessen, seit 2005;
Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, je seit 2006; Thüringen, seit 2008; Sachsen-Anhalt, seit 2009; Bremen, seit 2010 und Niedersachsen ab November 2012.

Hintergrund Rauchmelder:

Rauchmelder arbeiten in der Regel nach dem Streulichtprinzip. Dringt Rauch in das Gerät ein, wird ab einer bestimmten Konzentration ein Lichtkegel auf eine Fotozelle gelenkt, die dann einen akustischen Alarm auslöst. Dafür sorgt ein handelsüblicher 9-Volt-Batterieblock. Sind mehrere Rauchmelder in einer Wohnung installiert, können diese untereinander mit Kabel oder per Funk verbunden werden. Das verbessert die Sicherheit erheblich. Rauchmelder sind in Baumärkten, Groß- und Einzelhandelsgeschäften bereits ab fünf Euro zu erwerben.
Für Rauchwarnmelder in privaten Haushalten gibt es seit Herbst 2011 ein unabhängiges Qualitätszeichen. "Q" kennzeichnet qualitativ hochwertige Rauchmelder für den Langzeiteinsatz in privaten Wohnungen. Das Gütesiegel garantiert den Verbrauchern, eine mindestens 10-jährige Lebensdauer von Batterie und Rauchwarnmelder. Beim Rauchmelderkauf unbedingt auf folgende Punkte achten:
• DIN EN 14604
• CE-Zeichen mit Prüfnummer
• "Q" für qualitätsbewusste Käufer
• geprüfte Langlebigkeit und Reduktion von Falschalarmen
• Erhöhte Stabilität, beispielsweise gegen äußere Einflüsse
• Fest eingebaute Batterie mit mindestens zehn Jahren Lebensdauer
• VdS-Zeichen (Qualitätskontrolle durch Dritte)
• Montagesperre bei nicht eingelegter Batterie
• Warnsignal 30 Tage vor Akku-/Batteriewechsel
• Testknopf zur regelmäßigen Überprüfung
© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf letzte Änderung: 12.04.2012