LF - LHF - LF "noch größer"?

 

Nein, einfach eine  neue Löschfahrzeuggeneration 
Neues LF 16/12 - Düsseldorf mit optimiertem Raumkonzept..

Aufgabenstellung

Nach Vorgabe seitens der Amtsleitung waren 4 LF 16/12 in Normausmaßen zu beschaffen und möglichst mit Zusatzbeladung THL-Straßenbahn inkl. geeigneter "Trennsägen" zu beladen. Außerdem sollten noch u.a. für die Höhensicherung und den GSG-Ersteinsatz Beladungskomponenten verladen werden. Neben mind. 4 Standard-Einflaschen-PA waren 2 Langzeit-PA (Zweiflaschen-Geräte) und eine verbesserte Werkzeugausstattung und -aufteilung umzusetzen. Vorgabe war außerdem der Einbau einer Schaummittelzumischung (vgl. de Vries, 2001). Ziel der neuen Generation war damit praktisch die Entwicklung eines kompakten Fahrzeuges, welches in den wesentlichen Komponenten der Beladung mit dem bisherigen Standardlöschfahrzeug der Berufsfeuerwehrwachen (LF 24 Typ Düsseldorf) vergleichbar ist, diese sogar in einigen Punkten übertrifft, aber auf einem Normfahrzeug basieren sollte.

 

Die Planungsphase der neuen LF 16/12 Generation begann nach ausführlicher Auswertung der europaweiten Ausschreibung mit der Auftragsvergabe an den günstigsten Bieter, die Firma Albert Ziegler als Generalunternehmer auf einem MB-Fahrgestell im Dezember 1999 und dauerte insgesamt 15 Monate. Ziel der neuen Generation war die Entwicklung eines kompaktes Fahrzeuges, welches in den wesentlichen Komponenten der Beladung mit dem bisherigen Standardlöschfahrzeug der Berufsfeuerwehrwachen (LF 24 Typ Düsseldorf) vergleichbar ist.

Die wichtigsten Nebenbedingungen der nun folgenden Entwicklungsarbeit waren:

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Als Fahrgestellbasis findet ein "Standard"-LF 16/12-Allradfahrgestell mit Automatikgetriebe Verwendung.

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Strikte Einhaltung aller Gewichts-Toleranzen (gesamt, vorn/hinten, rechts/links) für das gewählte Fahrgestell, gemäß den Angaben und Toleranzen  des Fahrgestellherstellers. Eine ausreichende Gewichtsreserve für die aktive und passive Fahrsicherheit sollte erhalten bleiben.

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Günstige Lage des Schwerpunktes durch geschickte Verlastung der Beladung.

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Gleichmäßige Auslastung des Fahrgestells unter Einhaltung aller Fahrgestellherstellervorgaben (Gewichtsverteilung vorn/hinten sowie links/rechts).

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Unterstützung der Einsatztätigkeiten durch

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sinnvolle Anordnung der Beladung 

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Bildung von Gerätegruppen (Elektro, Pneumatik, Hydraulik...)

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Leichte Entnahme der Beladungsteile

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Verringerung der Rüstzeiten der Trupps bei der Geräteentnahme

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Effizienterer Einsatz des Löschmittels Schaum (es soll sowohl alkoholbeständiges Klasse B- (AFFF AR) als auch Klasse A-Schaummittel benutzt werden) .

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Verringerung der Lärmbelastung beim Betrieb der Aggregate.

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Verbesserung der gesamten Fahrzeugstromversorgung (Elektrik).

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Integration neuer Technologie (Wimutec-Säge, Fog Nails, Abstützwinkel, ...).

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der taktische Einsatzwert soll dem des LF 24 Typ Düsseldorf entsprechen.

                                                         

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Abb. 1 - 4: verschiedene Ansichten des  LF 16/12 Typ Düsseldorf  


Fahrzeugkonzept

Sehr schnell war klar klar, dass die ersten Maßnahmen bei der Art und Weise der Verlastung der Beladung ansetzen mußten. Die geforderte Fahrgestellbasis bietet auf den ersten Blick entscheidend weniger Raum als die bisher üblichen LF 24, da der Radstand um 70 cm kürzer ausfällt und auch die Gesamtlänge deutlich kürzer ist. Die bisher von den Aufbauherstellern üblicherweise gewählten Bauweise, also die überwiegende Verlastung der Ausrüstung in Schubladen, zeigte sich für das Fahrzeugkonzept in mehreren Hinsichten als ungeeignet. Durch die Bodenfreiheit des Allradfahrgestells werden die Entnahmehöhen der Beladung größer. Das eingesetzte Personal muß beim Ausziehen der Schubladen den auftretenden Kräften entsprechend mehr Muskelkraft entgegensetzen. 

 

Die Entnahme von Beladungsteilen gestaltet sich gerade für kleineres Einsatzpersonal schwierig. Ein gleichzeitiges Ausziehen von übereinanderliegenden Schubladen ist nicht möglich (Abb. 6). An engen Einsatzstellen besteht neben den Entnahmeproblemen zudem durch die wegen der teils recht hohen Gewichte selbst auf den schrägen Ablaufebenen auslaufenden Schubladen eine Quetschgefahr (Abb. 5). Schubladenkonstruktionen nutzenden zur Verfügung stehenden Raum (Leerraum) hinter den Schubladen nicht annähernd optimal aus und verschwenden auch zudem noch Platz zwischen den Schubladen, der für den "Abkippvorgang" zur Verbesserung der Entnahme bei Schubladen benötigt wird.

 

Abb. 5: Quetschgefahr an Engstellen
Skizze : Erik Krause, Fw Ratingen)

Abb. 6: Die obere Schublade verdeckt die Untere
(Skizze : Erik Krause, Fw Ratingen)

Eine Verlastung von Ausrüstungsgegenständen in Schubladen ist ungeeignet ineffizient und scheidet schied daher aus. Die Rahmenbedingungen für den zu konzipierenden Aufbau sind daher:

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Der benötigte Kraftaufwand zur Geräteentnahme sollte möglichst gering sein.

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Die Höhe zur Geräteentnahme sollte möglichst gering sein.

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"Feuerwehrsicher" und stabil. Der Raumbedarf für die Geräteentnahme muß ebenso wie der ‚traditionelle' Vorgang der Entnahme verändert werden

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Die schnelle, einfache  und sichere Entnahme aller Geräte muß auch an engen Einsatzstellen sichergestellt sein.

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Sehr schnell stellte sich dann heraus: Der Raumbedarf für die Geräteentnahme muß ebenso wie der ‚traditionelle' Vorgang der Entnahme verändert werden

 Im vorhandenen Serien-Aufbau und dessen "Rahmen" möglich.

 

Lösungsansatz

Die Lösung wurde durch den Einbau von zwei Schwenkregalen in den vorderen beiden Geräteräumen G1 und G2 gefunden. Diese Variante wird seit Jahren z.B. von Rosenbauer so ähnlich und mit großem Erfolg verwendet. Der Schwenkradius und die Tiefe der Schwenkregale wurde dabei so gewählt, dass bei voll ausgeschwenkten Regalen die Gerätenentnahme, auch an Engstellen, problemlos möglich ist. Ein Zugriff auf alle Ebenen ist gleichzeitig möglich (Abb. 8)  

Abb. 8: Die Schwenkwände gestatten gleichzeitigen Zugriff in allen Ebenen
(Skizze : Erik Krause, Fw Ratingen)

Abb7: Die Schwenkwände lassen sich einfach und sicher ausschwenken

Die zu verlastenden Geräte sollen dabei den zur Verfügung stehenden Raum möglichst optimal nutzen, trotzdem aber so untergebracht sein, daß es keine Stoßkanten oder Knickstellen gibt, auch wenn das Gerät nicht mehr ganz neu ist.

 

Die Geräte lassen sich aus den Schwenkregalen einfach von den Seiten entnehmen, das Regal läßt sich sicher ausschwenken (Abb. 7). Auch bei Verschränkung des Fahrgestells ist das Aufklappen und Arretieren in mehreren Stellungen problemlos ohne großen Kraftaufwand möglich. Nach dem Ausschwenken wird hinter der Schwenkwand eine weitere  Verlastungsebene zugänglich. Da die Innenräume der Geräteräume G1 und G2  bei ausgeschwenkten Wänden begangen werden können, ist eine einfache und schnelle Entnahme der Gerätschaften aus dieser Verlastungsebene einfach und gut möglich. In Ergänzung zu den begehbaren Geräteräume erleichtern große, stabile und trittsichere Bordwandklappen die Entnahme der Geräte.                                                                                                              

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Abb. 9 : Schwenkwand in G1 (eingeklappter  Zustand)        

Abb. 10: begehbarer Geräteraum G1 

Eine weitere Erleichterung entstand durch die Auswahl des Verladungsortes: Schweres Gerät wurde unten, leichtes oben verlastet. Eine tiefe Verlastung von schweren Beladungsgegenständen begünstigt zudem eine tiefe Schwerpunktlage mit allen positiven Auswirkungen auf die Fahrsicherheit. Die Beladung ist so platziert, daß alle wichtigen bzw. häufig benötigten Ersteinsatzgeräte ohne Ausklappen der Schwenkwände leicht zugänglich sind (Abb. 9: griffbereite Hydraulikrettungsgeräte). Im Inneren des Fahrzeuges findet man nach dem Ausschwenken der Wände ausschließlich Beladungsteile, die man i.d.R. erst im zweiten Zugriff benötigt und deren Entnahme dann nicht mehr so unter Zeitdruck erfolgen muß. Die Beladung ist in logische und zusammenhängende Gruppen eingeteilt worden. So findet man bspw. die Beleuchtungsgegenstände alle hinter der Schwenkwand in G2 (Abb. 12). 

 

Durch eine geschickte Auswahl des Verlastungsortes konnten auch die Rüstzeiten optimiert werden. Hierzu sind alle Geräte, deren Einsatzbereitschaft erst durch Zusammenfügen, bspw. Aufschrauben eines Druckminderers auf die Arbeitsflasche zum Betrieb der Vetter Hebekissen (Doppelsteuerorgan), eingesetzt werden können, bereits komplett montiert und damit sofort einsatzbereit verlastet. Die Geräte sind so gesichert, dass eine Verlagerung (Verrutschen) nahezu ausgeschlossen werden kann. Einige Gerätesätze wurden so aufgeteilt, dass bei der Geräteentnahme ein störendes Gedränge vor den Gerätefächern vermieden wird. Als Beispiele können hier der Gerätesatz für das Anheben von Straßenbahnen (Heber auf der Fahrerseite, die Handpumpen und Schläuche auf der Beifahrerseite), das gesamte Unterbaumaterial oder das Schornsteinfegerwerkzeug (Aufteilung in Schornsteinfegerwerkzeug oben und unten: Kette, Besen, Gewichte, Schultereisen etc. in der Fahrerseite in einer relativ hitzebeständigen Ledertasche mit Schulterriemen (Dach); Spiegel, Drahthandfeger, Schultereisen, etc. auf der Beifahrerseite in einem Systainer (Keller) genannt werden.

 

Rückenerkrankungen sind bei Feuerwehrpersonal nicht selten zu finden, häufig eine Folge schwerer Hebetätigkeit. So wurde zum Beispiel der alt hergebrachte und schwere Werkzeugkasten nach DIN nicht mehr in die Beladung aufgenommen und dem Vorbild einiger anderer Feuerwehren (z.B. Hamburg und Hannover) gefolgt, die Beladung aufzuteilen.

 

Statt dessen wurde das zu verlastende Werkzeug in eine Vielzahl von kleinen Werkzeuggruppen aufgeteilt und in separaten Boxen auf der Schwenkwand in G2 (fahrbahnabgewandte Seite) gelagert. Die Vorteile dieser sogenannten Systainer liegen auf der Hand: es muß nur noch das tatsächlich benötigte Werkzeug getragen werden und an die Systainer lassen sich Schultergurte anbauen.

 

Bei Bedarf sind die Systainer stapelbar und können auch fest miteinander verbunden werden. Durch eine entsprechende Beschriftung wird der benötigte Systainer schnell identifiziert (Abb. 11).

 

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Abb. 11: Aufteilung des Werzeugkastens 
nach DIN in Systainer mit übersichtlicher
Beschriftung  

Abb. 12: Elektroausrüstung in G2  

 

Im Mannschaftsraum können sich durch den Einbau von zwei weiteren Preßluftatmern (PA) in speziellen und dafür zugelassenen Sitzen (Bostrom Sitze in Fahrtrichtung) schon auf der Anfahrt alle Trupps mit PA ausrüsten. Neben den Sitzen im Mannschaftsraum wurde auch der Sitz des Fahrzeugführers mit PA (ausschließlich zum Eigenschutz, z.B. während der Erkundung bei besonderen Lagen gedacht) ausgerüstet. Die  Begurtung der PA für die Trupps im Mannschaftsraum können durch Hilfsschlingen (Klettbandverschluß) so aufgehalten werden, dass das Anlegen wesentlich erleichtert und beschleunigt wird.

 

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Abb. 13: PA-Sitze in Fahrtrichtung mit Hilfsschlingen  

Abb. 14: PA-Sitz des Fahrzeugführers 
(Bostrom-Sitz)  

Die gesamte persönliche (Schutz-)Ausrüstung der Trupps, wie z.B. Atemschutzüberwachungstafel (vgl. Cimolino, 2001), Handräder, B/C Übergangsstück, Masken, Fluchthauben, Rettungswesten, Strahlenschutzausrüstung..., wurde in bzw. auf einem Aluminiumschrank sicher untergebracht (Abb. 15) oder ist direkt am PA angebracht (Knickkopflampe, Bewegungsmelder, Scheren-/Keiltasche). Mit der Unterbringung der Ausrüstung in ein Schranksystem wird zusätzlich die Unfallgefährdung durch lose gelagerte Teile vermieden, da zudem alle schweren Ausrüstungsgegenstände, wie Äxte, etc., ausschließlich griffbereit in den Geräteräumen verlastet sind. Die Ausrüstung wurde so aufgeteilt, daß sie leicht und schnell griffbereit von jedem Sitzplatz aus, der Funktion entsprechend, erfolgen kann .

 

Die fünf 2 m - FuG (jeweils mit Handmonophon bzw. Hörsprechgarnitur, davon 2 in ex-geschützter Ausführung) sind ebenso wie die restliche Ausstattung so im Fahrzeug-MR verteilt, daß jeder seine Ausstattung gut erreichen kann.

 

Der Sitz des Melders ist entfallen, weil die Löschfahrzeuge (Typ LF 24 und LF 16/12) der Berufsfeuerwehr ausschließlich als Staffelfahrzeuge (Standardstärke 1/5) besetzt werden und selbst mit zusätzlichen Auszubildenden nicht mehr als 8 Einsatzkräfte (1/7)  mitfahren. Eine Staffelkabine bringt in der Gesamt-Länge der Kabine auch kaum Vorteile, aber eine deutliche Platzeinschränkung im Innenraum, v.a wenn sich 4 Einsatzkräfte gleichzeitig ausrüsten wollen. Außerdem erfordert dies erhebliche zusätzliche Mittel, weil es dann kein Serienprodukt mehr ist (auch "Staffel-Fahrzeuge" verfügen heute wegen der Synergieeffekte beim Aufbau i.d.R. über eine Gruppenkabine mit dann nur 6 Sitzplätzen).

 

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Abb. 15: Schrank im Mannschaftsraum mit Atemschutzüberwachungstafel  

 

Zur Vermeidung von Blendungen auf Nachtfahrten (Spiegelungen in der Frontscheibe) und zur besseren Gewöhnung an dunkle Einsatzstellen kann der Fahrer die Mannschaftsraumbeleuchtung  auf Rotlicht umschalten. Unter dem Sitz des Angriffstruppführers wurde eine Kühlbox für Kaltgetränke (Gesamtvolumen 7 Liter) untergebracht. Statt des bisherigen Alu-Notfallkoffers wurde ein umfangreich ausgestatteter Notfallrucksack unter der hinteren Bank im Mannschaftsraum untergebracht.

Energieversorgung

Nennleistung

8kVA

13kVA

Lautstärke bei ¾ Nennlast

66dB(A) 10m Abstand

60db(A) 10m Abstand

Verbrauch bei ¾ Nennlast

2,8l/h

3,6l/h

Tankinhalt

6,5l

8,5l

Masse

135kg

150kg

Antrieb

Benzin, 4 Takt, OHV, 2 Zyl., B&S

Hubraum

480cm³

627cm³

Leistung

10,1 kW

13 kW

Anlasser

E-Starter /Seilzug als Ausfallreserve

Maße

820mm x 440mm x 580mm

 

Abb. 16: Feuerwehrstromerzeuger der Fa. Eisemann Typ BSKA 13 
(Foto: Eisemann)  

Für die Reduzierung der Umweltbelastungen durch Lärm und Abgase wurde ein in dieser Hinsicht optimierter Feuerwehrstromerzeuger integriert. Dieser befindet sich auf der Beifahrerseite unter dem Schwenkregal und läßt sich wie dieses ausschwenken. Der Stromerzeuger ist geräuschgedämmt und mit einer elektronischen Drehzahlregelung ausgestattet. Der Generator läuft nur dann mit Nenndrehzahl, wenn seine Leistung auch tatsächlich gebraucht wird. Ansonsten läuft er einsatzbereit mit Leerlaufdrehzahl, die bei Bedarf blitzschnell von der Steuerelektronik erhöht wird. Die Schallemissionen können so um 6 dB(A) im Vergleich zu einem herkömmlichen 8 kVA Stromerzeuger gesenkt werden. Eine Reduzierung um 6 dB(A) wird dabei so empfunden, als ob die Lautstärke nur noch ca. ein Viertel so groß ist. (Je 3 dB(A) Lautstärke mehr wird jeweils als Verdoppelung des Geräuschpegels empfunden.) Eine Verständigung an der Einsatzstelle, auch unter Vollast, ist problemlos möglich.

Ladetechnik

Nachdem in der Vergangenheit häufig Probleme von entladenen Batterien über deren übermäßigem Verschleiß bis hin zu Teil- oder Totalfahrzeugausfällen auftraten, wurde die Ladetechnik der neuen Löschfahrzeuggeneration komplett neue konzipiert. Auch hier konnte viel von den Erfahrungen der RTW-Generationen der BF Hamburg und Düsseldorf profitiert werden.Viele "Sonder"-Fahrzeuge der Feuerwehr Düsseldorf verfügen über elektrische Zusatzausrüstungen, die teilweise erheblich über den serienmäßigen Lieferzustand des Fahrgestells hinausgehen. Eine Anpassung an die speziellen Anforderungen war daher unabdingbar.

 

Nach dem Aufstellen und Messen von verschiedenen Energiebilanzen (Messen und Ermitteln von Verbraucherströmen, Festlegung von Einsatzzyklen) wurden als Basis zunächst die bisherigen ‚nassen' Blei-Säure Batterien gegen wesentlich stärkere, langlebigere und absolut wartungsfreie Bleigel -Batterien ausgetauscht. In Ergänzung hierzu wurde aufgrund der ‚Kurzstreckenanforderung' die Ladeleistung der Lichtmaschine und des fahrzeugeigenen 230 V Ladegerätes deutlich erhöht.  Abschließend wurde eine umfangreiche Batterieüberwachung mit einer 3- stufigen Unterspannungschutzschaltung realisiert.

 

- Stufe 1:

Sinkt die Batteriespannung, aufgrund fehlender oder unzureichender Ladung unter 25 V, werden zunächst alle elektrischen Zusatzverbraucher, wie Handfunkgeräte oder -lampen abgeschaltet. Am einfachsten kann man dies an den fehlenden Ladekontrolleuchten der Funkgeräte oder Handlampen in MR oder G3 sehen. Bei erloschenen Kontrolleuchten liegt u.U. kein Defekt vor, das Fahrzeug muß nur eingespeist werden!

- Stufe 2: 

Sinkt die Spannung weiter ab, so blinkt im Armaturenbrett eine rote Kontrollleuchte.

- Stufe 3: 

In Ergänzung zur roten Kontrolleuchte (nun „Dauerlicht") kommt bei weiterer Entladung das Abschalten der Umfeldbeleuchtung hinzu.

Mit beiden Anzeigen kann der Maschinist, v.a. bei Dunkelheit, eindeutig die Unterspannung erkennen. Als Abhilfe muß er dann den Fahrzeugmotor schnellstmöglichst starten. Alternativ kann er auch den verbauten 13 kVA Stromerzeuger benutzen. Nach dem Starten des Stromerzeugers kann mit ihm das fahrzeugeigene 230 V Ladegerät betrieben werden (‚Einspeisung Ladegerät'). Seine Leistung ist so dimensioniert, daß alle elektrischen 24V und 12V Verbraucher samt Fahrgestell versorgt und die Fahrzeugbatterien ausreichend geladen werden können.  So kann an länger dauernden Einsatzstellen ohne Pumpenbetrieb der Fahrzeugmotor abgestellt und für eine spürbare Lärmminderung gesorgt werden.

 

Die bisherige ‚Campingsteckdose' zur 230 V Einspeisung wurde durch eine robuste Steckdose mit Klappdeckel (vgl. RTW 2000) ersetzt. Eine große Kontrolleuchte zeigt zusätzlich die korrekte 230 V Einspeisung an. Die Funktion des Ladegerätes und der Ladezustand der Batterien kann ebenfalls an einer Leuchtdiodenanzeige (LEAB Wizard) leicht abgelesen werden.

 

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Abb. 17: Ladesteckdose 230 V 
mit Kontrollanzeige (Fenster)

Gerätegruppen

Weitere erwähnenswerte Änderungen zum LF 16/12 (nach DIN) bzw. dem LF 24, die nach und nach ergänzt werden, soweit dies technisch und vom Raumangebot machbar ist, sollen im Folgenden anhand der Gerätegruppen erläutert werden. Dabei wird auf eine ausführliche Darstellung verzichtet, die wesentlichen Änderungen sollen hier nur vorgestellt und kurz umrissen werden.

Schutzkleidung und Gerät

Neu ist hier der Überlebensanzug von Helly - Hansen. Er schützt zuverlässig vor Unterkühlung und Ertrinken. Zu diesem Zweck ist der Anzug nahezu wasserdicht und mit einer dicken Isolierung versehen. Da er aber nicht ‚ohnmachtsicher' ist, darf er nur in Verbindung mit einer Rettungsweste (Schwimmweste) getragen werden! Nach dem Gebrauch ist der Anzug gründlich mit einer milden Seifenlauge zu reinigen, die Stiefel sollten desinfiziert werden. Danach ist der Anzug zum Trocknen aufzuhängen. Er darf erst nach vollständiger Trocknung (Pilzkulturen!) wieder verlastet werden.

Löschgerät

Es sind nicht nur viele Geräte neu hinzu gekommen, das eine oder andere, aus dem LF 24 bekannte Gerät, ist nicht mehr oder nicht mehr in dieser Art vorhanden. Als schwerste und größte Ausrüstungsgegenstände seien hier noch einmal die großen Tauchpumpen erwähnt. Auf dem neuen Fahrzeugtyp befindet sich nur noch eine kleine Tauchpumpe TP 4/1 mit integriertem Kabel-Fehlerschutzstromschalter (FI). Werden mehr und größere Tauchpumpen benötigt, so werden diese zentral im Alarmgerätelager an Fw U vorgehalten und dann auf Anforderung nachgeführt .

 

Die Versorgung der Fahrzeugpumpen mit den sehr leistungsfähigen (aber auch eine entsprechend hohen elektrische Anschlußleistung benötigenden) großen TP ist weder sehr schnell umsetzbar, noch problemlos (es darf z.B. kein "Knick" im Schlauch sein, die TP kann auch nicht nur so einfach in ein Gewässer gelegt werden) und bei genormten (und auch als solche im Stadtgebiet vorhandenen) Saugstellen an Löschwasserzisternen können die TP erst gar nicht verwendet werden.

 

Als Strahlrohre wurden zwei Größen von Hohlstrahlrohren (bis 150 l/min mit C-Kupplung und bis 500 l/min mit B-Kupplung) verlastet.

 

Eine weitere Neuerung ist die Einführung sind die Fog-Nails. Der Einsatz der Fog Nails wird in anderen Ländern (USA, Skandinavien,...) seit vielen Jahren erfolgreich geschult und praktiziert. Mit Hilfe der Fog Nails und entsprechender Taktik wird eine wirkungsvolle Brandbekämpfung v.a. in Zwischendecken und engen Zwischen Rräumen ermöglicht.Selbstverständlich muß der Einsatz der Fog-Nails und die anzuwendende Taktik ausführlich unterrichtet und geschult werden, um einen entsprechenden Einsatzerfolg sicherzustellen.

 

In der neuen Löschfahrzeuggeneration wird eine Schaummittelzumischanlage Typ Hale Foammaster  5.0 verwendet. Mit ihr wird das Schaummittel direkt am Fahrzeug zugemischt. Es entfallen die bisher bekannten ZumischerprobIeme, wie Gegendruckabhängigkeit und dadurch die Probleme in der Förderung auf großen Höhen (z.B. über DLK). Im Fahrzeug sind zwei Schaummitteltanks verbaut. Im ersten befinden sich 50 Liter Class A und im zweiten 100 Liter AFFF AR Schaummittel. Der Hale Foammaster mischt auf Knopfdruck , d.h. Tankwahl "A" (für Class A-SM) oder "B" (fürAFFF AR, damit Klasse-B-SM), selbständig das gewählte Schaummittel zu. Hierbei ist die Zumischrate zunächst fest eingestellt (Class A 0,1 % als Netzmittel und AFFF 3 %). Im Betrieb kann die Zumischrate noch jederzeit durch den Maschinisten per Tastendruckvariiert und den Einsatzbedingungen leicht und schnell angepaßt werden. Das Befüllen der Schaummitteltanks wird mit einer Schaummittelpumpe im Traversenkasten unter G4 durchgeführt.

 

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Abb. 18: Kontroll- und Bedientableu im Pumpenraum  

Abb. 19: Schaummittelförderpumpe im 
Traversenkasten G34 hinter SA-Verteiler  

 

Mit Hilfe des Class A (engl.: Brandklasse A) Schaummittels und des damit verbundenen Netzmitteleffektes lassen sich für Brände fester Stoffe erhebliche Steigerungen der Löschwirksamkeit und damit eine Reduzierung des Löschwasserbedarfes erzielen (vgl. de Vries, Brandbekämpfung, ecomed, 2000). Aus diesem Grunde ist auch eine Reduzierung des Fahrzeugtankes auf 1400 Liter (zu 1600 l in den LF 24 bzw. bisherigen Standard-LF 16/12) zugunsten einer höheren aktiven und passiven Fahrsicherheit vertretbar. Das AFFF-Schaummittel wird mit einem M4/S4 Kombischaumrohr aufgetragen.

 

Standrohr, Hydrantenschlüssel und ein zusätzlicher Verteiler sind auf den beiden Heckhaspeln, die je 4 B-Schläuche fassen, verlastet. Gemäß FwDV findet so jeder Trupp bei der Errichtung eine Wasserversorgung schnell genau die Ausrüstungsteile die er auch benötigt.  Eine Entnahme von Ausrüstungsteilen aus dem Fahrzeug entfällt. Zum schnellen Aufbau einer Wasserversorgung sind auf jeder Fahrzeugseite unter den hinteren Geräteräumen je ein "Schnellangriffs-Verteiler" inkl. B-Schlauch (SA-Verteiler) verbaut worden.

Sanitäts- und Wiederbelebungsgerät

Der bisher verlastete schwere Notfallkoffer aus Aluminium wurde nach Rücksprache mit dem Sachgebiet Rettungsdienst durch einen Notfallrucksack von X-Cen-Tek (Modell Wasserkuppe) ersetzt. Die Lagerung erfolgt griffbereit im Mannschaftsraum unter den PA-Sitzen (Abb.: 13). Dieser Rucksack beinhaltet die gleiche Bestückung wie die Alu-Notfallkoffer, eine Desinfektion ist problemlos möglich. Der Notfallrucksack läßt sich durch seine Tragegurte einfacher v.a. über längere oder unwegsame Strecken transportieren (z.B.:Leitereinsatz) als ein Notfallkoffer. Er ermöglicht die leichte Mitnahme auch über Leitern und an schwer zugängliche Einsatzstellen.

Außerdem ist zusammen mit 2 in einem erweiterten Temperaturbereich (für Ammoniak: tiefkaltes Ausströmen aber gleichzeitig zündfähig) beständigen CSA eine Schleifkorbtrage (mit Rettungsgeschirr) verlastet.

Beleuchtungs-, Signal- und Fernmeldegerät

Im hinteren fahrerseitigen Geräteraum (G2) ist die batteriebetriebene Beleuchtungs- und Ladetechnik zusammengefaßt worden. Für die gesamte Beleuchtungs- bzw. Ladetechnik ist die 24V Versorgung des Fahrgestells benutzt worden. Dort befinden sich auch die dafür benötigten 24 V-Ladegeräte. Auf den Einbau von 230 V-Ladegeräten in G2 ist verzichtet werden, da keines der in Frage kommende Ladegeräte eine Schutzkapselung nach IP 54 oder 67 (Schutz gegen Spritz- bzw. Druckwasser) besitzt. Nach gültigen DIN VDE-Richtlinen, u.a. die VDE 0100, ist dieser Raum aber als Naßraum anzusehen (Nähe zum Pumpenraum und Wasserdruckabgängen) und entsprechend auszulegen. Hier  werden  Blitzlampen (Euroblitzer), Adalit-Lampen (Knickkopfleuchten Typ Adalit L-1000) und ein Tek-Lite Arbeitstellenscheinwerfer geladen

.

Insgesamt finden sich auf dem Fahrzeug für die Trupps acht Adalit Lampen aber nur vier Ladestationen für diesen Lampentyp. Das ist auch genau so beabsichtigt. Es soll so sicher gestellt werden, dass immer ein Satz geladener Lampen zur Verfügung steht. Mit einem täglichen Wechsel oder einem Wechsel nach Gebrauch ist sichergestellt, daß sich immer geladene Lampen im Mannschaftsraum an den PA befinden. Zudem wird ein Überladen der Akkus wirkungsvoll verhindert.

 

Die beiden Kabeltrommeln zur 230V Versorgung sind als Schnellangriffkabeltrommeln ausgelegt worden. Es können 2 * 50 m Kabellänge ohne Entnahme der Kabeltrommel vom Fahrzeug direkt und schnell verlegt werden (Abb.: 12). Auf der Fahrzeugrückseite ist über dem Pumpenraum eine Verkehrswarneinrichtung (Heckblitzer) untergebracht (Abb.: 13). Diese warnt mit Blitzlampen und orangen Abdeckgläsern den rückwärtigen Verkehr. Sie soll an Einsatzstellen mit fließenden Verkehr eingesetzt werden. Die Aufmerksamkeit bei den sich von hinten nähernden Verkehrsteilnehmern kann so um ein deutliches Maß herauf gesetzt und die Unfallgefahr entsprechend gemindert werden. Ein Beispiel für die Wirksamkeit sind die bei den Straßenbaulastträgern seit Jahren eingesetzten, vergleichbaren Einrichtungen. Das Einschalten der Heckblitzer erfolgt vom Pumpenbedienstand über einen Hauptschalter und den Wahlschalter für die Laufrichtung des Blitzlichtes. (Zu jedem Einsatz auch des Rettungsdienstes auf einer Autobahn oder autobahnähnlich ausgebauten Straße fährt in Düsseldorf zur Absicherung mind. ein LF mit.) Leider gibt es hierzu völlig gegenteilige Rechtsauffassungen über die Zulässigkeit dieser Systeme (vgl.  Cimolino, Kolumne, 2001). 

 

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Abb. 20:  Heckblitzer und Haspeln mit aufgebauten Armaturen   

Abb. 21: Werzeugkisten (Systainer), Foto: Festo  


Arbeitsgerät

Auf dem neuen LF sind zwei unterschiedlich lange Rettungszylinder verlastet, die sich in der Länge ergänzen. Als wichtiges Zubehör zum Einsatz von Rettungszylindern wurde auch ein Abstützwinkel verlastet.

 

Dieser dient als Widerlager mit verschiedenen Ansetzpunkten (zum Beispiel im Bereich B-Säule oder Schweller) beim Einsatz der Rettungszylinder, die sich ansonsten leicht durch die Bleche durch drücken, v.a. wenn das Unfallfahrzeug schon etwas älter ist. Mit Hilfe des Abstützwinkels werden zusätzlich die benötigten Spreizlängen verkürzt. Die bewirkt eine maximale Kraftentfaltung, da die zweistufigen Rettungszylinder in der 1. Stufe die größte Kraft erzielen.

 

Im Vergleich zum Standard-LF 16/12 ist umfangreiches Rüstholz (inkl. in den Abmessungen aufeinander abgestimmte Stufenklötze, Holzklötze, Holzkeile und Holzbalken) vorgesehen, um im THL-Einsatz ein sicheres Arbeiten überhaupt erst zu ermöglichen. Dazu zählen auch 2 "Schürhaken", um das Rüstholz dann wieder gefahrlos im Unterbaubereich platzieren bzw. daraus wieder entfernen zu können.

 

Für die Straßenbahn werden wegen der erheblichen zu hebenden bzw. zu sichernden Gewichte eigene Hydrauliksätze, Hartholz-Balken-Unterbaumaterial und eine eigene Hartholz-Klotzkiste mitgeführt.

 

Neu auf den LF ist die Wimutec-Rettungssäge. Die Bestückung mit zwei gegensinnig und langsam drehenden Werkzeugen macht sie zu einem idealen Trennwerkzeug. Sie schneidet Kunststoff, Holz, Aluminium- und Stahlblech und kann so ideal zum Auftrennen von Kraftfahrzeugen (LKW-Fahrerhaus, PKW, Waggons, etc.) genutzt werden. Durch die gegensinnige Drehrichtung der beiden Werkzeuge zieht die Maschine nicht in eine Richtung weg und läuft sehr ruhig.

 

Die langsam laufenden Werkzeuge vermeiden eine Funkenbildung, da die Späne nicht mehr so hoch erhitzt werden (Metallspäne sind trotzdem sehr heiß!), wie das zum Beispiel bei Trennschleifgeräten der Fall ist. Die bisherige Säbelsäge wurde durch ein leistungsfähige Akkuversion ersetzt. Mit ihr lassen sich problemlos und schnell KFZ-Scheiben (vgl. Glas-Master Funktion) heraussägen. Durch die Verwendung baugleicher Akkus des Akkuschraubers und den Einbau zweier Ladegeräte ist ein längerer Betrieb gewährleistet.

 

Handwerkszeug und Meßgerät

Wie einleitend schon einmal erwähnt wurde, wurden in den Systainern verschiedene Werkzeugsätze verlastet. Folgende Zusammenstellungen befinden sich in der beifahrerseitigen Schwenkwand (G2)

·        Schlossfräse                                                                      

·        Werkzeug allgemein                             

·        Installation

·        Akkubohrmaschine

·        Elektrowerkzeug

·        Aufzugschlüssel

·        Ziehfix / Fensterfix                                           

·        Schraubenschlüssel

·        Schornsteinfegerwerkzeug (unten)

 

Zu den Systainern gehören auch Trageriemen, die bei Bedarf oder auch vorbereitend an zwei Systainern befestigt werden können. Die Systainer lassen sich aufeinander stapeln und mit Hilfe der seitlichen Klammern fest verbinden.

 

Zusammenfassung

Momentan ist es noch nicht abschließend beurteilbar, ob das neue LF 16/12 Typ Düsseldorf den gesteckten Zielen vollkommen gerecht werden wird. Die ersten beiden Fahrzeuge sind seit einiger Zeit im Einsatzdienst an den FRW 7 und 3. Je ein weiteres erhält die FRW 1 und die Schule (gleichzeitig Reservefahrzeug). Die bisherigen Erfahrungen und Urteile der meisten Kollegen sind positiv. Aber erst eine ausgiebige und v.a. längere Praxiserprobung gibt Auskunft darüber, ob die Zielsetzungen der Aufgabenstellung, trotz der anscheinend widersprüchlichen Nebenbedingungen, letztlich erreicht werden konnten ob das Konzept mit den Drehfächern auch den hohen Beanspruchungen im täglichen Einsatz gerecht wird.

Um die Grenzen des neuen LF und seine praktische Leistungsfähigkeit exakt abstecken zu können, wird umfangreiche Beschäftigung mit der verlasteten Gerätetechnik und mehr Einsatzerfahrung notwendig sein.

Wir werden darüber berichten.

Abschließend die wichtigsten technischen Daten der neuen Löschfahrzeugeneration

 

Fahrgestell

Daimler-Chrysler Atego 1325 AF

Automatik, Schleuderketten

Hale Foammaster 5.0

Aufbauer

Albert Ziegler GmbH & Co KG

Tatsächliches Gesamtgewicht,
voll beladen inkl. Mannschaft (8 x 90 kg)

13,8 - 13,9 to
(Fahrgestell-/Aufbautoleranzen)

Technisch Zulässiges Gesamtgewicht

14,5 to

Länge inkl. Haspel

8,45 m

Breite

2,50 m

Höhe

3,38 m

Wendekreis

15,70 m

Radstand

3,89 m

Tabelle 2: Technische Daten

 

Die Fahrzeuge wurden in serienweiß beschafft, dazu abgesetzt zur Verbesserung der Sichtbarkeit bei Tag in RAL 3026 nach dem Vorbild der BF Kassel beklebt und anschließend zur Verbesserung der Sichtbarkeit in der Dämmerung bzw. nachts mit einer Konturbeklebung nach ECE 104 (vgl. Wentzell, 1998) versehen.

Dem sachkundigen Leser wird dabei auffallen, daß es damit entgegen häufiger Meinung doch praktisch möglich ist, umfangreichste Beladung auf einem standardisierten und im wesentlichen genormten Erstangriffsfahrzeug zu verlasten, wenn man auf die "Belastung" mit größeren Wassermengen und/oder Seilwinden verzichtet.

 

Die Mehrgewichte zur DIN 14530 T11 für das LF 16/12 (max. 13,5 t) sind u.a. schon durch das Automatikgetriebe, die vorgegebene Beladung mit Straßenbahnhebezeug (2 schwere Hydraulikzylinder mit eigenen Handpumpen, je 2 lange und 4 kurze Hartholzbohlen und umfangreiches eigenes Hartholzklotzmaterial), das Straßenbahnerdungsgerät und die Schaummittelzumischung verursacht. Die im Vergleich zur DIN-Vorgabe etwas höhere Ausführung (Fahrzeughöhe nach DIN max. 3,20 m) beruht auf der geforderten Verlastung des Straßenbahnerdungsgeräts (erfordert einen durchgehenden Dachkasten) sowie der Hakenleiter darauf.

 Es besteht nach wie vor eine technische Gewichtsreserve des Fahrgestells von ca. 600 kg.

Das voll beladene Fahrzeug kostet in etwa 730.000 DM und liegt damit in ca.  ca. 150.000 DM preiswerter als ein etwa gleich ausgestattes LF 24-Konzept nach bisherigen Beschaffungsergebnissen. Wem die Zahlen zu hoch erscheinen, der möge die ehrliche Gegenrechnung (inkl. der Zusatzeinbauten z.B. zum Lademanagement) aufmachen.

  

Verfasser:

BA Oliver Lang

Dipl.-Ing. Elektrotechnik

Sachgebiet Fahrzeugbeschaffung, Projektleiter LF 16/12

OBR Ulrich Cimolino

Dipl.-Ing. Sicherheitstechnik

Abteilungsleiter Technik

Fotos: Soweit nicht anders vermerkt Bildstelle der Feuerwehr Düsseldorf

 Literatur:

Cimolino, Ulrich: Atemschutz, ecomed, Landsberg, 2001

Cimolino, Ulrich: Absicherung etc., Kolumne in: Feuerwehr-Magazin 08/2001, Kortlepel Verlag, Bremen, 2001

de Vries, Dr. Holger: Brandbekämpfung mit Wasser und Schaum, ecomed, Landsberg, 2000

DIN VDE 0100, Beuth Verlag, Berlin

DIN 14530 T 11: LF 16/12, Beuth Verlag, Berlin, 1999

Wentzell, Walter: Gefahr bei Nacht und Nebel, in: Florian Hessen 6/98

 

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf

letzte Änderung am: 13.09.2003