Im Wandel der Zeit:

Der Fuhrpark der Feuerwehr Düsseldorf 1990 - 2004

 

 

Kaum eine andere deutsche Feuerwehr hat durch die Auswertung von Einsätzen (z.B. Flughafenbrand, Gasexplosion Krahestraße) bzw. durch externe Untersuchungen (zur Feuerwehr bzw. zum Rettungsdienst aber auch für den Verwaltungsbetrieb z.B. in der Zentralwerkstatt für Kraftfahrzeuge) in wenigen Jahren dermaßen viele organisatorische und nachfolgend auch technische Veränderungen vollzogen wie die Feuerwehr Düsseldorf.

 

Der vorliegende Artikel soll einen Überblick über den Wandel im Fuhrpark der BF (ohne die dort stationierten Bundesfahrzeuge) seit Beginn der neunziger Jahre sowie zu den Beschaffungen besonderer Fahrzeuge der FF dieser Stadt bieten.

 

Dabei wird nicht auf jedes Fahrzeug bezüglich der technischen Daten und Beladungskomponenten im Detail eingegangen sondern versucht, die hinter einzelnen Beschaffungen stehende Konzepte darzustellen. Ebenfalls wird in den meisten Fällen auf die Angabe der ursprünglichen Wachzuordnung der aufgeführten Fahrzeuge verzichtet, da über die Jahre Umstellungen und Aussonderungen erfolgten.

 

Da bereits in den vergangenen Jahren in der 112 bzw. FFZ über einzelne Fahrzeuge der Feuerwehr Düsseldorf detailliert berichtet wurde, sind an passender Stelle im Text Verweise auf die betreffende Ausgabe zu finden.  

 

 

Die Berufsfeuerwehr der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf verfügt im Stadtgebiet über insgesamt zehn Wachstandorte, wobei die Feuerwehrschule als Standort “9” in die Nummerierungslogistik der Funkrufnamen aufgenommen wurde. Dazu kommen derzeit zwei zusätzlichen Außenstellen. Der Neubau einer weiteren Feuer- und Rettungswache (FRW 5) sowie einer Notarzt- und zwei Rettungswachen ist für die nächste Zeit geplant.

Die Gruppenwachen werden seit 2003 in einem Mehrjahresprogramm mit zwei zusätzlichen Einsatzkräften besetzt, um weniger Springereinsätze vom LF erforderlich zu machen und gleichzeitig die Personalausstattung nach Schutzzieldefinition bei den ersten Einheiten besser erreichen zu können.

Zunächst - sozusagen als erster Einblick in die Struktur der BF - eine kurze Übersicht zu den derzeit vorhandenen Standorten und der dort Mitte 2004 vorgehaltenen Einsatzmittel:

 

FRW 1 (Stadtmitte), Zugwache

Auf der Feuer- und Rettungswache 1 (FRW) besteht der Löschzug aus LF 24, DLK 23/12 und LF 16/12. Hinzu kommen weitere Fahrzeuge wie die drei ELW 1 des C- und B-Dienstes (CD/BD) sowie des Führungsassistenten (soweit diese Funktion besetzt wird), GW-Wasserrettung (GW-W), Kleineinsatzfahrzeug (KEF), ELW 2, NEF, mehrere KTW und RTW sowie diverse PKW, KdoW, Werkstatt-, Versorgungs- und Reservefahrzeuge.

Als Außenstelle gehört zur FRW 1 auch das Feuerlöschboot (FLB), das zusammen mit einem RTB 2 seinen Liegeplatz an der Löschbootstation im Hafen hat. 2003 erfuhr das FLB im Rahmen einer Generalüberholung übrigens eine erhebliche Leistungsverbesserung.

FRW 2 (Oberkassel), Gruppenwache

Die Löschgruppe besetzt das LF 24 und die DLK 23/12. Zusätzlich sind hier ein TLF 24/48-P, ein KEF, zwei RTW sowie ein LF 16/12 (Reservefahrzeug) und fallweise der Reserve-RW 2 (zur zentralen Wachfortbildung im Rahmen der 16 Stunden Fortbildung) stationiert.

FRW 3 (Derendorf), Zugwache

Ein LF 24, eine DLK 23/12 und ein LF 16/12 bilden den LZ 3. Zusätzlich stehen an dieser Wache ein ELW 1 (CD), ein KEF, ein NEF, drei RTW und der GW-Höhenrettung (GW-H) zur Verfügung.

Der FRW 3 angegliedert war bis März 2004 die Außenstelle auf dem Messegelände Düsseldorf. In der dortigen Feuerwache wurde ein zu Messezeiten besetztes LF 16/12 vorgehalten.

Seit dem 2.Quartel 2004 hat Messe die Brandsicherheitswachen selbst übernommen, die Messewache der Berufsfeuerwehr konnte entfallen. Das Fahrzeug wurde der Feuerwehrschule übergeben.

FRW 4 (Flingern), Gruppenwache

Auf der FRW 4 besetzt die Löschgruppe ein LF 24 und eine DLK 23/12. Weiterhin sind hier ein ELW 1 (CD), ein TLF 24/48-P (Reserve für andere Standorte), ein KEF, ein NEF und zwei RTW stationiert.

Rettungswache 5 (Kaiserswerth)

An der Rettungswache 5 wird derzeit ausschließlich ein RTW vorgehalten. Der Neubau einer FRW 5 als Gruppenwache im Bereich des Flughafens ist geplant.

FRW 6 (Garath), Gruppenwache

Die verstärkte Löschgruppe 6 besteht aus einem LF 16/12 und einer DLK 23/12. Bei Bedarf muß noch ein TLF 24/48-P, ein KEF, der GKTW, ein WLF oder der RW 2 (soweit nicht an FRW 2) besetzt werden.  

Der Hydraulikwerkstatt steht gemeinsam mit der FRW 4 (Elektrowerkstatt) ein LKW zur Verfügung. An Rettungsdienstfahrzeugen werden außerdem ein NEF, zwei RTW und ein KTW (Notfall Krankentransportwagen Typ B) sowie der AB-Rettung vorgehalten.  

 

FRW 7 (Wersten), Zugwache

Der Löschzug 7 setzt sich aus LF 24, DLK 23/12 und LF 16/12 zusammen. An zusätzlichen Fahrzeugen beheimatet die FRW 7 den fünften C-Dienst ELW 1 der Stadt, ein KEF, ein TLF 24/48-P, drei RTW und eine Reserve-DLK 23/12.

FRW 8 (Gerresheim) Gruppenwache

Auf der FRW 8 wird die Löschgruppe aus einem LF 24 und einer DLK 23/12 gebildet. An zusätzlichen Fahrzeugen werden ein TLF 24/48-P, ein KEF, ein LKW (zugehörig zur Pulverwerkstatt an FRW 8) sowie zwei RTW vorgehalten. Das Personal der Rettungswache 5 wird ebenfalls von der Feuer- und Rettungswache in Gerresheim gestellt

Übersichtskarte mit Standorten der Feuer- und Rettungswachen sowie der Gerätehäuser der FF.

Skizze: Jürgen Leineweber - FW Düsseldorf

FW 9 (Feuerwehrschule an der FRW 6)

Den Ausbildern und Lehrgangsteilnehmern der Feuerwehrschule stehen ein MTF, ein LF 16, drei LF 16/12, zwei LF 24, ein TLF 24/50 (Wasserlieferung an der externen Heißausbildung), zwei DLK 23/12, ein KEF, ein WLF mit AB-Mulde und AB-Gefahrgut (alt) sowie derzeit noch ein LKW zur Verfügung.

Die Fahrzeuge der Feuerwehrschule bilden gleichzeitig einen Teil der technischen und taktischen Fahrzeugreserve der BF. Sie können bei Bedarf z.B. von der Löschgruppe (LG) Garath der FF mit besetzt werden.

FW 10, Technik- und Umweltwache (Lierenfeld)

Auf der Technik- und Umweltwache sind neben dem sechsten CD-ELW (CD-U) ausschließlich Sonderfahrzeuge und Abrollbehälter stationiert, welche nach Bedarf von der anwesenden Wachbesatzung im Springerverfahren besetzt werden.

Auf dieser FW befinden sich mit Ausnahme der Taucher, der Höhenrettungsgruppe und der SEG-MANV derzeit alle Sonderdienste der Einsatzabteilung der Feuerwehr Düsseldorf. Zusätzlich sind an diesem Standort auch die Sondereinheiten der Freiwilligen Feuerwehr Düsseldorf (die Löschgruppen Logistik und Umweltschutz) stationiert. Diese können einzelne Fahrzeuge bzw. Abrollbehälter bei größeren Einsätzen mit bedienen.

Zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben stehen ein RW nach neuer DIN, ein FwK 45, ein GW-Öl, ein GW-Atemschutz (GW-A), ein GW-Sprungretter (GW-Sprung), ein LKW, ein SW 2000 Tr, sieben WLF (einschließlich Fahrschul-WLF) und eine Vielzahl von Abrollbehältern zur Verfügung.

Ein neuer Plateauanhänger (FwA Tieflader) dient sowohl der Führerscheinausbildung als auch dem zusätzlichen Transport von Abrollbehältern, während der alte Anhänger nur für Fahrschulaufgaben genutzt werden kann.  

 

Den bereits genannten Sondereinheiten der FF stehen u.a. folgende eigene Fahrzeuge zur Verfügung:

  • LG-Umweltschutz: ELW 1, drei Dekon-P-LKW, DMF als Dekon-G, zwei ErkKW, MTF, WLF-Allrad/Kran, AB-Mulde/lang

  • LG-Logistik: KdoW, ELW “2” (ehemaliger TEL-ELW des Bundes), mehrere MTF, GW-Licht (GW-L), WLF-Niederflurhubwagen, Radlader, GW-Küche mit Küchenanhänger  

Weiterhin befindet sich auf dem Gelände der FW 10 die Rettungsassistentenschule (RAS) der BF Düsseldorf. Diese verfügt für Ausbildungszwecke neben RTW über ein spezielles Ausbildungsmodul. Es handelt sich dabei um einen original RTW-Kofferaufbau (NFW) der aktuellen RTW-Generation der Wehr, welcher auf einem Tandemachsanhänger montiert wurde.

Dieses Modul steht der Schule jederzeit zur Verfügung, da es nicht als Reserve-RTW eingesetzt und somit im Bedarfsfall durch Fahrzeugausfälle nicht für den Einsatz im öffentlichen Rettungsdienst abgerufen werden kann. Der Anhänger mit dem RTW-Modul kann aber auch als mobile Behandlungsstelle an einem Ort (z.B. bei Großveranstaltungen) eingesetzt werden, sollte dies einmal notwendig werden.

Die RAS verfügt darüber hinaus noch über ein MTF sowie bei Bedarf über einen Ausbildungs-RTW aus dem Fahrzeugpool.

Besetzung der Fahrzeuge

Zusätzlich zu den als Löschgruppen bzw. Löschzügen aufgeführten LF und DLK 23/12 sind die ELW 1 (BD/CD/FüAss), die NEF und auf jeder FRW eine unterschiedliche Anzahl RTW fest besetzt. Die Mehrzahl aller weiteren genannten Einsatzfahrzeuge wird im Bedarfsfall im Springerverfahren vom anwesenden Personal der jeweiligen Feuer- und Rettungswache besetzt.

Der Rettungsdienst wird in Düsseldorf übrigens nicht ausschließlich von der BF durchgeführt, sondern erfolgt unter Einbindung der verschiedenen Hilfsorganisationen. Der Krankentransport wurde Anfang 2004 komplett den Hilfsorganisationen übertragen.

  

Entwicklung des Fuhrparks

Nach dieser allgemeinen Einführung nun die kleine "Reise" durch den Fuhrpark der Wehr seit 1990:

1990

Foto: Uwe Bunzel

Das Jahr 1990 brachte einen GKTW auf Mercedes Benz O 303 Bus mit Ausbau der Firma Rappold aus Wülfrath, Standort FRW 6

 

Zwei KTW auf MB T 250 D mit Binz-Ausbau, zwei KdoW auf VW Passat Kombi und ein Abrollbehälter Entsorgung ergänzten ebenfalls den Fuhrpark.  

1991

Der ursprünglich für den Rüstzug der BF beschaffte RW 2 auf Iveco 120-25 AW Fahrgestell mit Magirus Aufbau kam als Ersatz für einen RW 3 Staffel auf Magirus Eckhauber Fahrgestell. Er versieht nach der Indienststellung des neuen RW 2 (nach DIN 14 555) auf der FW U (damals noch an FRW 1) seit 2003 weiterhin seinen Dienst als Reserve- und Ausbildungsfahrzeug auf der FRW 6.  

 

Foto: Uwe Bunzel

Der ebenfalls 1991 beschaffte GW-W wurde von der Firma GST aus Eppelheim auf einem Iveco 90-16 AW Fahrgestell aufgebaut. Das Fahrzeug führt im Einsatz einen Bootsanhänger mit und wurde entsprechend den Bedürfnissen der Feuerwehr Düsseldorf auf einem singlebereiften Fahrgestell aufgebaut, um eine hohe Geländefähigkeit in den Uferbereichen des Rheins zu ermöglichen. Die Beschaffung eines zweiten GW-W läuft. Damit kann ab Ende 2004 die Einsatzbelastung des vorhandenen Fahrzeugs reduziert werden und es steht erstmals ein Reservefahrzeug zur Verfügung.  

 

Foto: Uwe Bunzel

1991 wurden zusätzlich eine Magirus DLK 23/12 n.B. CC auf Iveco 120-25 AN Fahrgestell

Foto: Uwe Bunzel

und acht KTW von Binz auf MB T 250 D beschafft.  

Foto: Uwe Bunzel

1992  

Foto: Uwe Bunzel

Der GW-Atemschutz konnte bereits auf der damals neuen Iveco EuroCargo Fahrgestellgeneration realisiert werden und stellt eine Besonderheit des Beschaffungsjahres 1992 dar:

Der ebenfalls von GST ausgeführte Auf- und Ausbau des Fahrzeugs wurde mit einem Kofferaufbau auf einem Iveco EuroCargo FF 100 E 15 realisiert.

Die Beschaffungsvorbereitungen für einen neuen GW-A laufen derzeit übrigens, da alle Aufbauten von GST (schon längst insolvent) erhebliche Mängel aufweisen.

 

Neben einer weiteren baugleichen Magirus DLK 23/12 n.B. CC und einem AB-Aufenthalt (späterer AB-TEL) konnten vier Binz-KTW auf MB T 250 D sowie 

 

Foto: Uwe Bunzel

fünf RTW/NAW auf MB 609 D-KA ebenfalls aus der Binz-Produktion in Dienst gestellt werden.  

1993

Der ELW 2 wurde wiederum von GST mit einem ähnlichen Kofferaufbau wie der GW-A, jedoch gänzlich anderem Innenausbau mit getrenntem Funk- und Besprechungsraum auf einem gleichen EuroCargo Fahrgestell aufgebaut. Inzwischen wird bereits an einem Konzept für ein Nachfolgefahrzeug gearbeitet, da auch dieser Aufbau erhebliche Mängel aufweist.

Foto: Uwe Bunzel

Die dritte Magirus DLK 23/12 n.B. CC in Folge stellt das zweite neue Großfahrzeug des Jahres dar. Sieben weitere KTW auf MB T 250 D und fünf RTW/NAW auf MB 609 D-KA (alle mit Ausbau von Binz) verstärkten 1993 den Rettungsdienst in Düsseldorf. Ein PKW Typ VW Passat konnte ebenfalls beschafft werden

1994

Foto: Uwe Bunzel

GW-Sprungretter

1994 war neben Rettungsdienstfahrzeugen nur die Beschaffung eines ELW 1 auf VW Bus T4, eines GW-Sprungretter ebenfalls auf VW T4 Kastenwagen und eines Rettungsboot mit Trailer möglich.

Außerdem wurden dem Rettungsdienst fünf KTW und ein RTW/NAW in der gleichen Ausführung wie die Fahrzeuge des Jahres 1993 zur Verfügung gestellt.

1995

In diesem Jahr wurden wiederum vier identische RTW/NAW des Beschaffungsmusters 1993 in Dienst gestellt. Nach längerer Zeit erfolgte außerdem die erste größere kommunale Beschaffung von Löschfahrzeugen:

Für die FF wurden vier identische LF 16/12 von Magirus auf Iveco 135 E 22 Fahrgestell gekauft.  

Foto: Uwe Bunzel

Eine Besonderheit stellte der AB-Rettung dar, welcher von der Firma Heines nach Vorgabe der BF gebaut wurde. Er ist u.a. mit vier Tragluftzelten einschließlich Heizung und Beleuchtung, DIN-Krankentragen, Vakuummatratzen, Schaufeltragen und Rettungsboxen mit medizinischen sowie chirurgischen Materialien beladen. Dieser AB ist zur Versorgung von bis zu 50 Verletzten (MANV = Massenanfall von Verletzten) vorgesehen

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1996

Foto: Uwe Bunzel Foto: Uwe Bunzel

Zwei neue LF 24 für die BF leiteten den Generationswechsel der bisherigen Basisfahrzeuge auf den Feuer- und Rettungswachen ein. Magirus lieferte die LF auf Iveco 150 E 27 Straßenfahrgestellen mit 196 kW Motorleistung und Automatikgetriebe aus.

 

Bevor es jedoch zur Auftragsvergabe kam, mußten einige Hürden genommen werden:

Aus der damaligen Vornorm zum LF 24 wurde nie eine Norm, da es zu viele unterschiedliche Ansprüche und Eigenentwicklungen bei insgesamt zu geringer Stückzahl gab. Da jedoch auch andere Berufsfeuerwehren in NRW Bedarf an diesem Fahrzeugtyp hatten suchte man gemeinsam mit dem Innenministerium nach einer Lösung und fand sie auch - das "LF 24 NRW" wurde geboren.

In Düsseldorf hat man auf die Ausstattung der neuen LF 24 mit einer maschinellen Zugeinrichtung verzichtet. Hinzugekommen ist jedoch die Wunschbestückung mit zwei Einmannschlauchhaspeln. Diese in der Praxis sehr bewährte Ausstattung wurde übrigens bis zu den neuesten Löschfahrzeugen beibehalten.

Neben einer FP 24/8, einem 1.600 Liter Löschwasserbehälter und einem festeingebauten 20 kVA Stromerzeuger (um z.B. die beiden großen TP 8 zu betreiben, die man für die weggefallenen Saugschläuche als Ersatz vorgesehen hat, was sich aber nicht bewährt hat) sowie Lichtmast ist eine umfangreiche Beladung auf dem Fahrzeug verlastet.

Zu diesem Zeitpunkt war vorgesehen, daß zukünftig alle Feuer- und Rettungswachen mit einem solchen LF 24, einer DLK 23/12 n.B. und einem TLF 24/50 (ursprünglich fünf Fahrzeuge) bzw. TroTLF 16/35 (ursprünglich zwei Fahrzeuge) ausgestattet werden.

 

Zwischenbemerkung: Alle alten LF 24, TLF 24/50 sowie die TroTLF 16/35 waren auf weitgehend identischen Fahrgestellen (Motor, Führerhausausstattung) aufgebaut. Sie unterschieden sich letztlich nur im Radstand, Allrad (TLF 24/50) sowie dem Aufbauform (jedoch alle von Magirus). Dies erleichterte die Ausbildung und die Unterhaltung. Heute wäre das angesichts anderer Vergabebedingungen und kürzerer Fahrzeuggeneration praktisch unmöglich.

 

Drei KTW und drei RTW/NAW in der bisher in Dienst gestellten Ausführung sowie ein MTF (VW Bus T4) und ein Kleineinsatzfahrzeug auf VW Kastenwagen T4 vervollständigten schließlich die Indienststellungen des Jahres 1996.

Einschnitt: Der Flughafenbrand

In diesem Jahr wurde die Wehr auf Grund des verheerenden Flughafenbrandes auf eine besondere Belastungsprobe gestellt, in deren Folge eine umfangreiche Auswertung des Einsatzes (vgl. 112-Spezial 1997) sowie mehrere Gutachten gefertigt wurden, was auch erhebliche Veränderungen in der Ausstattung der Feuerwehr zur Folge hatte:

Durch die nachfolgenden Ermittlungen mit abschließendem Gutachten betreffend des Brandereignisses einer unabhängige Ermittlungskommission wurde u.a. festgestellt, das die Berufsfeuerwehr sowohl personell als auch technisch aufzuwerten ist. Dieser Empfehlung folgten die politisch Verantwortlichen der Stadt und stellten zusätzliche Finanzmittel bereit. Dadurch wurden die folgenden Beschaffungsjahre maßgeblich beeinflußt.

1997

Fünf weitere identische LF 24 ermöglichten in diesem Jahr alle Feuer- und Rettungswachen der BF dem gleichen Basisfahrzeug auszustatten Gleichzeitig war es möglich, Löschfahrzeuge der Baujahre ab 1975 auszumustern und einen zeitnahen Standard bei den Löschfahrzeugen des Ersteinsatzes herbeizuführen.

Eine neue Magirus DLK 23/12 n.B. - nun auf Iveco150 E 27 - kam als Ersatz für ein auszusonderndes Hubrettungsfahrzeug. Für den Rettungsdienst wurden zwei weitere identische RTW/NAW bei Binz geordert.

Ein von Heines aufgebaute AB-Medizintechnik dient seit diesem Jahr ebenfalls dem MANV-Einsatz und wird im Tagesgeschäft gleichzeitig als Rettungsdienst-Materiallager (Standort FRW 1) eingesetzt. Die Beladung der begehbaren Raumzelle besteht neben einer Vielzahl an Verbrauchsgütern aus je vier EKG/Defibrillatoren, Accuvac Absaugpumpen, Beatmungsgeräten Medumat, Notfallkoffer Atmung und Notfallkoffer Kreislauf. Bei einem MANV Einsatz ergänzen sich der AB-Medizintechnik und der AB-Rettung am Einsatzort.  

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Zwischenbemerkung: In diesem Jahr wurde die Feuerwehr Düsseldorf durch die Gasexplosion in der Krahestraße (siehe auch 112 Magazin 10 und 11/1998) vor eine erneute schwere Belastung gestellt. Die Auswertung des Einsatzes floß in die laufenden Gutachten und auch in die konzeptionellen Planungen für die Technikbeschaffung der nächsten Jahre (vorerst abgeschlossen vermutlich in 2006) im Bereich der Rüsteinsätze mit ein.

  • Die beginnende Umsetzung von Gutachtenempfehlungen sowie die personellen Änderungen bzw. Verstärkung der Abteilungen Einsatzorganisation und Technik führten zu einigen neuen Beschaffungsgrundsätzen, die laufend überprüft und ggf. aktualisiert werden (vgl. FFZ 3/2004): Wirtschaftliche Betrachtung aller Beschaffungen inkl. Unterhalts- und Folgekosten.

  • Gebrauchtfahrzeuge dort einsetzen, wo der Gebrauchtwagenmarkt preisgünstigere Standardfahrzeuge liefert. Dies sind z.B. PKW, LKW, MTF, MZF. Dazu gehört die Nutzung eigener Werkstattressourcen in “ruhigeren” Phasen (weniger ungeplante Ausfälle) für wertschöpfende Maßnahmen (Eigenausbau).

  • Fahrzeuge möglichst im Normkonsens beschaffen, da dadurch etwas weniger Probleme durch Sonderlösungen im Nischenmarkt Feuerwehr zu erwarten sind.

  • Löschfahrzeuge, ELW und MTF etc. möglichst für die BF neu beschaffen und nach einer definierten Nutzungszeit und folgender Überholung an die FF abgeben. Dadurch werden sie nicht nur gleichmäßiger genutzt, sondern alle verfügen schneller über neuere Fahrzeuge, die auch noch annähernd identisch ausgestattet sind, was wiederum die Ausbildung und die Reservevorhaltung erleichtert.

  • Möglichst zu jedem Sonderfahrzeug muß es eine Redundanzlösung geben. “Ein” Fahrzeug ist so gut wie “kein” Fahrzeug -  vor allem wenn es mit zunehmendem Alter immer öfter und länger ausfällt.

  • Abrollbehälter können Sonderfahrzeuge nur sehr begrenzt ersetzen. Wichtige Ergänzungsfahrzeuge oder solche mit speziellen Anwendungen werden daher weiterhin bzw. wieder auf eigenen Fahrgestellen konzipiert.

  • Finanzausstattung und Bedarf müssen aneinander angeglichen werden.

  • Die Laufzeitvorgaben müssen dringend reduziert werden, um die Zahl der ungeplanten Ausfälle zu reduzieren und den Unterhalt besser planbar zu machen. Heute sind für Kleinfahrzeuge zehn Jahre vorgesehen. Bei Großfahrzeugen sind 15 (BF) bzw. 20 (FF) Jahre anvisiert und der Rettungsdienst soll sich unter acht Jahre (NEF vermutlich bei sechs) einpendeln.

  • Die Beschaffungen wurden analog der damals laufenden Überarbeitung der VOL sowie der folgenden Rechtsprechung komplett überarbeitet und auf jeweils verantwortliche Projektleiter übertragen. Alle Beschaffungen von Neufahrzeugen werden nach der VOL auf der Grundlage einer (ggf. bzw. wenn erforderlich europaweiten) Ausschreibung vergeben. Alle Besprechungen und Abnahmen erfolgen genau protokolliert und im “4-Augen-Prinzip”. Dies reduziert die Zahl der Probleme mit Neufahrzeugen erheblich und erhöht die Rechtssicherheit bei Ansprüchen aus Gewährleistung bzw. verbessert die Verhandlungsbasis bei Kulanzfragen.

1998

In diesem Jahr gelang es die erste zusätzliche Fahrzeugbeschaffung auf Grund der Organisationsuntersuchung zu realisieren:

Um die beiden neu zu errichtenden Staffeln (Ergänzungseinheiten auf vorhandenen FRW) ausstatten zu können, wurden drei neue LF 16/12 von Magirus auf Iveco135 E 24 Allradfahrgestell ausgeliefert. Je ein Fahrzeug wurde an den FRW 1 und 3 sowie an der Feuerwehrschule stationiert.

Vom Grundprinzip und äußerlich entsprechen diese Fahrzeuge sowie die in diesem Jahr für die FF ebenfalls beschafften beiden LF 16/12 den Löschgruppenfahrzeugen des Beschaffungsjahres 1995. Lediglich der Umfang der Beladung wurde etwas den Erfordernissen der Berufsfeuerwehr angepaßt (siehe auch 112 Ausgabe 10/99).  

 

Foto: Uwe Bunzel

Die erste DLK 23/12 n.B. CC von Magirus mit überarbeitetem Aufbau konnte ebenfalls in Dienst gestellt werden. Wiederum fand das Fahrgestell vom Typ 150 E 27 Verwendung.

Foto: Uwe Bunzel

Für den Bereich Nachschub kamen fünf neue WLF auf MB Actros 1831 (230 kW, Teligentschaltung) mit Abrollkippereinrichtung von Atlas (ARK 122) an die Technik- und Umweltwache als Ersatz für betagte Fahrzeuge. Alle sind für den Transport gefährlicher Güter nach GGVS zugelassen. Zwei dieser identischen WLF wurden zusätzlich mit einer Fahrschulausstattung ausgerüstet um sie im Alltag zur Führerscheinausbildung nutzen zu können.  

 

Foto: Uwe Bunzel

Ebenfalls in diesem Jahr wurde ein RTW auf Basis des MB Vario 614 D Kastenwagens von Binz ausgebaut. Dies ist der einzige Vario RTW und zugleich der letzte beschaffte RTW dieser Baureihe bei der Feuerwehr Düsseldorf.  

Foto: Uwe Bunzel

Bei den KTW wurde mit drei MB 312 D Sprinter Kastenwagen mit Automatikgetriebe und Ausbau durch die Firma WAS eine neue Fahrzeuggeneration, die letzte vor Gültigwerden der DIN EN 1789, eingeführt.  

Ein LKW auf MB 312 D Sprinter Kastenwagen für allgemeine Transportaufgaben, ein ELW 1 auf VW Bus T4 und ein Unimog U 1400 Niederflurhubwagen (Ruthmann) schließen die Beschaffungs- maßnahmen des Jahres 1998 ab.

Foto: Uwe Bunzel

Der Niederflurhubwagen (NFH) wurde der auf der Umwelt- und Technikwache beheimateten LG-Logistik zugeteilt. Für dieses Wechselsystem stehen ein Absetzcontainer Kraftstoffversorgung (Tankstelle), ein Ladeboden zum Transport des Radladers und ein AB-Universal (geschlossene Mulde) zur Verfügung.  

1999

Im Jahr 1999 wurden in Konsequenz aus den Erfahrungen der letzten Großeinsätze und der danach erfolgten Umorganisation vom Wachabteilungsführer- auf das Zugführermodell als Ersatz für über-

gangsweise genutzte PKW für diese C-Dienste drei neue ELW 1 auf VW Bus T4 (2,5 L TDI mit 75 kW Motorleistung und Automatikgetriebe) mit Ausbau durch die Firma Schmitz ausgeliefert. Diese Fahrzeuge konzipierte man auf Basis der Erkenntnisse des Flughafenbrandes und der damals neu zu verabschiedenden Norm DIN 14507-T2 (ELW 1).

Foto: Uwe Bunzel

Besonderer Wert legte die BF auf eine bedarfsorientierte umfangreiche Kommunikations- und Meßgeräteausstattung. Detaillierte Informationen zur Ausstattung der Fahrzeuge können dem bereits erwähnten Artikel in der Ausgabe 10/1999 des 112-Magazins entnommen werden.

 

Foto: Uwe Bunzel

Für den VB kamen die ersten drei PKW VW Lupo SDI und mit zwei weiteren identischen KTW auf MB Sprinter 312 D mit WAS Ausbau wurde die Serie aus dem Jahr zuvor konzeptionell weiter fortgesetzt. Auf Grund eines unfallbedingten Fahrzeugausfalls mußte außerdem zum Jahresbeginn zeitnah ein RTW beschafft werden. Dies erfolgte durch den Kauf eines gebrauchten RTW der Verleih- und 

Foto: Uwe Bunzel

Leasingfirma Mittelstädt: Der von FFT (Vorgänger von NFW bzw. Fahrtec) auf einem MB Sprinter 412 D (BJ 1997) aufgebaute Koffer-RTW (Doppel-Aluminium-Sandwich) verfügte auf Grund seines vorherigen Einsatzzweckes auch als Intensivmobil über eine umfangreiche Sonderausstattung (Luftfederung, Heckabsenkung, zwei Radios, zwei Klimaanlagen usw.)

Die Farbgebung behielt man zunächst aus Kostengründen bei. Sie blieb aber ein Einzelfall und bei einer Generalüberholung im Jahr 2004 wurde der Aufbau neu beklebt. Der RTW entsprach in etwa dem damaligen Normentwurf der DIN EN 1789 und wurde gleichzeitig als Testfahrzeug für die neu zu beschaffende RTW-Generation (passend zur absehbaren Umstellung vom NAW- auf das NEF-System) eingesetzt.

Ein neuer Radlader (Kramer Allrad) für die LG-Logistik (siehe Niederflurhubwagen) schloß die Beschaffungsmaßnahmen des Jahres 1999 ab.

2000

Das Jahr 2000 stand auch bzw. vor allem im Zeichen des Rettungsdienstes:

Insgesamt zwölf neue RTW auf MB Sprinter 412 D mit Kofferaufbau wurden von NFW (heute Fahrtec) aufgebaut und übergeben. Die Fahrzeuge sind gemäß DIN EN 1789 Teil C ausgestattet und erfüllen alle Anforderungen des Rettungsdienstes auch bei Umstellung auf das NEF-System. Alle wurden in einem einheitlichen Design mit leuchtroten Folien beklebt und tragen das Logo des Rettungsdienstes der Landes-

Foto: Uwe Bunzel

hauptstadt Düsseldorf. Dieses nach dem Vorbild anderer Standorte (z.B. Köln) eingeführte Modell macht die organisationseigenen Aufkleber überflüssig, gewährleistet ein einheitliches Erscheinungsbild und "entproblematisiert" die Vorhaltung bzw. den Fahrzeugtausch.

Weiterhin erhielt der Rettungsdienst einen KTW auf MB Sprinter 312 D mit WAS Ausbau.

 

Foto: Uwe Bunzel

Ein GW-Höhenrettung konnte nach Umbau eines bereits vorhandenen und ursprünglich vom Schutzraumbetriebsdienst (Einheit des kommunalen Kats) genutzten, gebraucht beschafften MB Sprinter 312 Kastenwagen mit langem Radstand den Höhenrettern an der FRW 3 übergangsweise zur Verfügung gestellt werden. Die gelbe Lackierung des Fahrzeugs wurde beibehalten und durch großflächige leuchtrote Folienbeklebungen und einer dem Einsatzzwecks entsprechenden Beschriftung ergänzt.

 

Zwei weitere ELW 1 auf VW Bus T4 mit Schmitz Ausbau (identisch mit den Fahrzeugen des Vorjahres) erhielt der C-Dienst. 

An die Feuerwehrschule schließlich ging ein “neuer”, gebraucht beschaffter LKW auf MB Vario 814 D mit Doppelkabine, Pritsche und Atlas Ladekran

sowie ein zuvor als Vorführfahrzeug eingesetztes Standard-LF 16/12  auf MB Atego 1325 AF mit Ziegler-Aufbau

Foto: Uwe Bunzel

Das in RAL 3000 lackierte LF 16/12 wurde im Originalzustand belassen und mit umlaufenden gelben reflektierenden Konturenmarkierungen, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren bei der Feuerwehr Düsseldorf zum Standard gehörten, beklebt. Das Fahrzeug war außerdem der Ausstattungsprototyp für die neue LF-Generation.

 

Zur Vervollständigung des WLF-Fuhrparks stellte die Wehr zwei weitere identische MB Actros 1831 mit Abrollkippereinrichtung Atlas ARK 122 in Dienst.  

Die Elektrowerkstatt erhielt für ihre Aufgaben einen gebrauchten Ford Transit Kastenwagen und die Kfz-Werkstatt ebenfalls einen gebrauchten MB Vito 110 D Kastenwagen. Beide Fahrzeuge sind reinweiß und mit leuchtroten Folien beklebt und wurden in eigenen Werkstätten ausgebaut

Foto: Uwe Bunzel

Foto: Uwe Bunzel

Auch für die Freiwillige Feuerwehr wurden zwei für Düsseldorf bis zu diesem Zeitpunkt neue (abgesehen von einem älteren TLF 8/18) Fahrzeugtypen beschafft:

Es handelte sich um zwei TLF 16/24 Tr von Ziegler auf MB Atego 917 AF mit Singlebereifung. Die feuerwehrtechnische Beladung entspricht der DIN (ergänzt durch kleine Zusatzbeladung)

 Jedoch ist für Düsseldorf als Besonderheit bei diesen Fahrzeuge zu erwähnen, daß sie als erste Großfahrzeuge in reinweiß lackiert beschafft und großflächig mit leuchtroten Folien beklebt wurden.

 

Die LG Hubbelrath erhielt ein “neues” gebraucht beschafftes MZF (VW T4 Doka mit Pritsche und Planenaufbau), dessen Ausbau in den eigenen Werkstätten erfolgt.

Alle neuen Fahrzeuge erhielten, soweit dies möglich war, eine zusätzliche Verkehrsabsicherung durch eine Lauflichtleiste mit gelben Blinklichtern.

 

  

Zum Schutz der auf 21.699 ha lebenden 570.000 Einwohner der Stadt Düsseldorf sowie der Gäste und Berufspendler (täglich verweilen etwa 1.000.000 Menschen in der Stadt) verfügt die BF über insgesamt 818 Mitarbeiter. 758 davon sind als Feuerwehrbeamte tätig, die restlichen Mitarbeiter werden als Arbeiter bzw. Angestellte im Bereich der Serviceabteilungen und der Verwaltung beschäftigt. Die Freiwillige Feuerwehr stellt darüber hinaus zusätzlich 279 Einsatzkräfte in den Löschgruppen.

Bei der Berufsfeuerwehr sind im täglichen 24-Stunden Dienstbetrieb insgesamt 136 Funktionsstellen im Brandschutz- und Hilfeleistungsdienst, dem Rettungsdienst und der Einsatzleitstelle zu besetzen. Die Beamte des Einsatzdien­stes leisten mit zwei Wachabteilungen (mit je drei Untergruppen) eine 54 Stunden­woche (davon 23 Stunden Arbeitsdienst) und kommen so auf ca. 100 Dienst­schichten im Jahr. Die Dienstplanung erfolgt seit mehreren Jahren rechnergestützt und hat sich zwischenzeitlich bewährt.  

 

Die Führungsstruktur der Feuerwehr Düssel­dorf setzt sich aus einem täglich besetzten A-Dienst (Beamter des hD, ab Brandrat aufwärts), einem B-Dienst (Beamter des gD, Brandoberamtsrat) und vier C-Diensten (Beamte des gD Brandamtmann und Brandamtsrat) sowie einem U-Dienst (C-Dienst Umwelt- und Technikwache) zusammen.

Die C-Dienste sind jeweils für zwei Feuer­ und Rettungswachen als Führungsdienst zuständig und wickeln auch alle Unfallgeschehnisse mit Eigenbeteiligung im Brandschutzabschnitt ab. Die Dienstgruppenleiter (Wachabteilungsleiter) auf den einzelnen FRW sind Beamte in der Endstufe des mittleren Dienstes (Hauptbrandmeister mit Amtszulage).

Die Einsatzstatistik aus dem Geschäftsbericht 2003 weist folgende Zahlen aus:

  • Brände: 2.419 (davon 1.280 Kleinbrände a, 978 Kleinbrände b, 105 Mittelbrände und 56 Großbrände)

  • Hilfeleistungen: 4.560

  • Rettungsdienst: 93.119

  • Fehlalarme: 1.087

  • Sicherheitswachen: 6.628

  • Einsätze im Rahmen des Bevölkerungsschutzes: 363 (z.B. Kampfmitteleinsätze, Kats-Stab usw.)

Im Jahr 2003 wurde übrigens erstmals die Schwelle von 100.000 Einsätzen überschritten.

Der Haushalt der Wehr lag 2003 bei 48.157.020 Euro für Feuerwehrzwecke, für den Rettungsdienst bei 18.375.458 Euro und für den Bevölkerungsschutz bei 716.756 Euro.

Zum Abschluß dieser Vorbemerkung soll noch kurz auf das zum 1.1.2003 eingeführte Modell einer sechzehnstündigen Fortbildung analog der bereits seit Jahren etablierten dreißigstündigen Fortbildung im Rettungsdienst für alle Feuerwehrbeamte des mittleren Dienstes hingewiesen werden:

Innerhalb dieser 16 Stunden werden aktuelle Themen behan­delt, die das Einsatzpersonal auf einen gemeinsamen aktuellen Wissenstand bringen sollen. Die Themen beinhalten etwa je zur Hälfte Theorie und Praxis. Ein weiterer Bestandteil ist auch die nach FwDV 7 jährlich vorgeschriebene Atemschutzwiederholungsübung.

Die als C-Dienste ein­gesetzten Mitarbeiter des gehobenen Dienstes, die B-Dienste und auch die A-­Dienste werden in eigenen Seminaren fortgebildet.

In allen Fällen handelt es sich um Pflichtveranstaltungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Soviel zu einigen Zahlen und Fakten rund um die Feuerwehr Düsseldorf, nun zur Entwicklung im Fuhrpark der Wehr ab 2001:

2001

In diesem Jahr wurde ein weiteres LF 24 und eine weitere Magirus DLK 23/12 n.B. CC in den bereits beschriebenen Ausführungen beschafft. Mit dem LF 24 konnte nun endlich die bestehende Lücke bei den Reservefahrzeugen geschlossen werden.

Das neue LF 24 erhielt als erstes LF der Düsseldorfer Wehr eine Schaumzumischanlage (Class-A) die so konzipiert wurde, daß sie prinzipiell in die vorhandenen Fahrzeuge nachzurüsten sein sollte. Die Anlage der Firma Robwen hat sich aber bisher nicht bewährt und wird durch einen anderen Typ (Hale Foammaster 2.5) ersetzt, der problemloser funktioniert.  

 

Foto: Uwe Bunzel

Als Ersatz bzw. Ergänzung für die bereits vorhandenen LF 16/12 von Magirus konnten vier neue LF 16/12 von Ziegler auf MB Atego 1328 AF mit Automatikgetriebe bei der BF in Dienst gestellt werden

Foto: Uwe Bunzel

Mit diesen Fahrzeugen sollte nach Vorgabe der Amtsleitung ein Fahrzeugtyp realisiert werden, der den Normausmaßen inklusive Grundausbau entspricht, aber den Einsatzwert der bisherigen LF 24 Typ Düsseldorf erreicht bzw. in einzelnen Punkten sogar übertrifft. Durch eine zielorientierte Planung und Umsetzung des Aufbauherstellers gemäß dem vorgegebenen Konzept der Feuerwehr Düsseldorf konnte dieses Vorhaben auch erreicht werden:

Die neuen LF 16/12 (siehe FFZ 4/2002) mit optimiertem Raumkonzept sind u.a. mit einem 1.400 l fassenden Löschwassertank, 100 l AFFF und 50 l Class A-Foam Tank und einem Hale Foammaster 5.0 ausgestattet. Neben der üblichen Beladung an wasserführenden Armaturen und Schläuchen ist eine umfangreiche Hilfeleistungsbeladung inklusive Straßenbahnhebern und Unterbaumaterial sowie einer Grundausstattung für den ABC-Ersteinsatz vorhanden.

Zwei dieser LF wurden auf den FRW 1 und 3 sowie später 7 der BF stationiert, ein Fahrzeug erhielt die Feuerwehrschule.

 

Foto: Uwe Bunzel

Das erste Kleineinsatzfahrzeug (KEF) der neuen Generation auf MB Sprinter 311 CDI Kastenwagen mit Ausbau der Firma TDS Invents Lüneburg erhielt die FRW 1. Durch die Wahl des Sprinter Kastenwagens gelang es die Ausrüstung gegenüber der bisher eingesetzten VW Bus Kastenwagen zu erweitern und ein optimiertes Beladungs- und Sicherungskonzept umzusetzen.  

 
Foto: Uwe Bunzel

Als Ersatz für den bisherigen GW-Umweltschutz - der fast nur für Öleinsätze im Einsatz war - konnte bei Ziegler ein neues Fahrzeug auf MB Atego 1023 F Automatik in Auftrag gegeben werden

Foto: Uwe Bunzel

Das nach Vorgabe der Feuerwehr Düsseldorf konzipierte Fahrzeug ist u.a. mit einer heckseitigen Behrens-Ladebordwand mit 1.000 kg Tragfähigkeit und einer ebenfalls heckseitig montierbaren Streueinrichtung für Ölbindemittel zum Abstreuen von Ölspuren ausgestattet. Im Heckgeräteraum werden ein Vorrat an Ölbindemittel sowie Auffangbehälter für kontaminiertes Ölbindemittel mitgeführt. Weitere Ausrüstungsgegenstände sind im Geräteaufbau hinter dem Fahrerhaus gelagert (Details: FFZ 11/2001).

 

Die LG Umweltschutz (Standort FRW 10) erhielt aus Mitteln des kommunalen Katastrophenschutzes ein gebraucht gekauftes WLF, Baujahr 1996) auf MB 2631 AK (6x6) mit Marrel MA 30.65 Abrollkippereinrichtung und Palfinger PK 9001 Ladekran (Traglast 4,1 Tonnen bei 2 m Ausladung).

Foto: Uwe Bunzel

 

Ein Trailer mit Rettungsboot und ein MTF auf MB Sprinter 312 D Bus (Gebrauchtfahrzeug) ergänzten die Maßnahmen und im Dezember 2001 konnten dann noch zwei interessante AB-Schaum  von der Firma Heines übernommen werden:  

Foto: Uwe Bunzel Foto: Uwe Bunzel

Die Ersatzbeschaffung für die bisher vorhandenen beiden 24 Jahre alten AB-Schaum wurde aufgrund von altersbedingten Schäden an den GFK-Tanks und einer fehlenden Auffangwanne unter den Tanks erforderlich. Das Umweltamt der Stadt Düsseldorf hatte die AB-Schaum, von denen einer nicht auf- sondern abgesattelt gelagert wird, nicht als Fahrzeug, sondern als Lagerung gesehen - damit war eine entsprechende Auffangmöglichkeit erforderlich.  

 

Beide neuen AB wurden auf der Basis eines DIN-Ladebodens mit Hartdach und Planenverschlüssen aufgebaut. Den Kern bilden vier liegend in einer Auffangwanne gelagerte, je 1.000 l fassende Edelstahltanks. Je zwei Tanks sind mit AFFF und Mehrbereichsschaummittel bzw. Class-A-Schaummittel gefüllt. Über der Tankanlage befindet sich eine durchgehende Ladefläche, die mit vielfältigen Gerätschaften für den Schaumeinsatz bestückt ist.  

 

Besonders zu erwähnen sind die als Ersatz für die defekten Ess-Mixer beschafften neuen Zumischpumpen der Firma MSR-Dosiertechnik. Ihr Leistungsbereich geht von 400 - 2.500 l/min. bei einem stufenlos einstellbaren Zumischbereich von 0,2 - 6,0 %.  

 

Der bis dato letzte beschaffte Notfall-KTW auf MB Sprinter 313 CDI mit WAS-Ausbau unterscheidet sich äußerlich durch die facegeliftete Frontpartie des Trägerfahrzeuges und im Innenausbau durch eine andere Ausstattung (Typ B nach DIN EN 1789) sowie den nun wie bei einem RTW fensterlosen Seitenwänden des Patientenraums.  

Foto: Uwe Bunzel

Das Fahrzeug blieb allerdings ein Einzelstück, da in den nächsten Jahren nach einem Gutachten über den Rettungsdienst die Hilfsorganisationen den kompletten Krankentransport übernehmen sollten. Es steht daher heute als einziger KTW noch bei der BF an FRW 6 (Notfallreserve).

 

Foto: Uwe Bunzel

Von WAS wurden darüber hinaus insgesamt sechs PKW Kombi MB C 220 CDI T Automatik für den wechselweisen Einsatz als KdoW oder NEF ausgebaut. Die Fahrzeuge werden von den Abteilungsleitern und Sachgebieten als Dienstfahrzeuge verwendet. Einer dieser PKW ist zudem regulär als NEF ausgestattet und wird vom Leitenden Notarzt genutzt.

Auch alle anderen können mit zwei eingelagerten NEF-Auszügen als (Reserve-)NEF eingesetzt werden.

Im ersten Jahr des NEF-Dienstes wurden die KdoW mehrfach als Ausfallreserve genutzt, da zunächst nicht ausreichend NEF zur Verfügung standen, um mehrere parallele Ausfälle auffangen zu können.  

 

Zwischenbemerkung: Im Vorgriff soll an dieser Stelle erwähnt werden, daß die Feuerwehr Düsseldorf im Jahr 2002 den Notarztdienst vom bisherigen NAW- auf das NEF-System umzustellen plante und hierfür bereits im Vorfeld die Fahrzeuglogistik umsetzte (z.B. Beschaffung einer neuen RTW-Generation, dem sogenannten „RTW 2000“).

 

Mit Ausnahme des LF 24, der DLK 23/12 n.B. und dem WLF sowie natürlich den AB und Anhängefahrzeugen wurden alle Fahrzeuge des Jahres 2001 in reinweiß lackiert und mit leuchtroten Folien beklebt. Dieses optische Erscheinungsbild im Foliendesign behielt man von nun an konsequent bei.

2002

In diesem Jahr folgten ein weiteres baugleiches LF 16/12 (MB Atego/Ziegler) und vier KEF (MB Sprinter 311 CDI /TDS) baugleich wie 2001.  

 

Foto: Uwe Bunzel

Die Erneuerung der Fahrzeuge des Brandschutzes konnte mit der Indienststellung von vier neuen TLF 24/48-P als Ersatz für vorhandene TLF 24/50 und TroTLF 16/35 fortgeführt werden. Die Fahrzeuge wurden von Magirus auf Iveco Cursor 350 (Allrad) mit 259 kW Motorleistung und modularem Alufire Geräteaufbau aufgebaut.  

Die TLF führen 4.800 l Löschwasser, 500 l AFFF, 200 l Class-A-Foam und 250 kg Pulver (Total PLA 250) mit. Zusätzlich sind sie mit einer Schaumzumischeinrichtung von MSR (wie auf den AB-Schaum) ausgestattet.  

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In diesem Jahr wurden erstmals seit Jahrzehnten Hubrettungs- fahrzeuge gekauft, welche nicht aus Ulm kommen und somit einen Umbruch im Fuhrpark der Feuerwehr Düsseldorf brachten:

Die Auftragsvergabe für die neuen DLK 23/12 erfolgte auf Grund des Ergebnisses der Ausschreibung an die Firma Metz Aerials, welche zwei DLK 23/12 PLC 3 auf MB Econic 1828 LL Fahrgestellen (Luftgefedert) mit Automatikgetriebe lieferte (siehe FFZ 10/2003).

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MB Sprinter 310 D Kastenwagen mit Eigenausbau für die Atemschutzwerkstatt 

Gebraucht beschaffte Fahrzeuge wie ein MTF auf VW Bus T4 sowie ein MB Sprinter 310 D Kastenwagen mit Eigenausbau für die Atemschutzwerkstatt und ein MB Sprinter 211 CDI mit Ausbau von Baumeister und Trabant für den Bereich Daten- und Kommunikationstechnik ergänzen die Kleinfahrzeuge.

 

 

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Der Rüstzug der Technik- und Umweltwache konnte in diesem Jahr sowohl einen neuen RW (2) nach DIN 14555/2002 und einen neuen Feuerwehrkran (FwK 45) in Dienst nehmen:  

 

Der Rüstwagen wurde von Ziegler auf einem MB Atego 1528 AF mit Automatikgetriebe aufgebaut. An Besonderheiten sollen der 30 kVA Stromerzeuger, die Rotzler Treibmatic Zugeinrichtung mit 80 kN Zugkraft, hydraulische Straßen- und Bundesbahn Hebesätze, Abstützmaterial und Aufgleistechnik sowie die umfangreiche Ausstattung an hydraulischen Rettungsgeräten genannt werden. Die Gerätelagerung erfolgte, wie schon bei den LF 16/12 von Ziegler, zum Großteil auf Schwenkwänden, um den Innenraum der vorderen Geräteräume besser nutzen zu können.

Der FwK 45 von Liebherr (LTM 1045/1) ist für eine Tragfähigkeit von ca. 30 Tonnen vorgerüstet. Zusätzlich ist eine maschinelle Zugeinrichtung mit 200 kN Zugkraft vorhanden. Auf eine Abschleppvorrichtung wurde verzichtet. Außer dem an der Fahrzeugfront gelagerten und mitgeführten Lastbalken sowie dem erforderlichen Unterbaumaterial wurde auf ein Mitführen von umfangreichen Anschlag- und Befestigungsmitteln verzichtet, da bei einem Kraneinsatz ein WLF mit AB-Kran mit ausrückt.

 

 

Für den Bereich Rettungsdienst konnten in diesem Jahr gleich 13 neue Fahrzeuge und ein sogenanntes Ausbildungsmodul bei den verschiedenen Herstellern geordert werden:  

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Acht nahezu mit den Fahrzeugen des Jahrgangs 2000 baugleiche RTW, wiederum mit Auf- und Ausbau durch Fahrtec (ehemals NFW) und auf facegelifteten MB Sprinter 413 CDI Fahrgestell (diesmal mit Sprint-Shift-Schaltung, statt der leider nicht mehr lieferbaren Automatikgetriebe) konnten übernommen werden. Die wesentlichen äußeren Unterscheidungsmerkmale sind die Fahrzeugfront, ein anderer Blaulichtbalken und die zusätzlich am Heck montierte Verkehrsabsicherungsanlage (vier gelbe Blitzleuchten).

Die Rettungsdienstschule erhielt das bereits in der Beschreibung der FW 10 erwähnte Ausbildungsmodul, einen original RTW Kofferaufbau, wie er in Düsseldorf eingesetzt wird auf einem Tandemachsanhänger. Das Modul ist einsatzbereit ausgerüstet und steht für alle Ausbildungsmaßnahmen der Schule zur Verfügung. Eine Besonderheit ist die kleine Funkkamera im Innenraum, mit der die Aktivitäten innerhalb des Moduls in alle Unterrichtsräume über Beamer auf Leinwände übertragen werden können.

 

 

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Die bereits erwähnte Umstellung auf NEF konnte mit der Indienststellung von fünf NEF auf VW Bus T4 Caravelle TDI mit Ausbau durch TDS Invents Lüneburg erfolgen. Als Besonderheit ist zu erwähnen, daß mit diesen Fahrzeugen ein Einheitsfahrzeug konzipiert wurde, welches wahlweise durch Wechsel des hinteren Einbaumoduls als NEF oder ELW 1 eingesetzt werden kann. Ein sechstes identisches Fahrzeug wurde dann bereits Ende 2002 als ELW 1 in Dienst genommen.

 

Für den Krankentransport wurde nach einem Fahrzeugausfall ein KTW auf MB E 270 CDI mit Binz Ausbau von der Firma Mittelstädt gebraucht erworben und bei der JUH im Rahmen der Verträge zum städtischen Rettungsdienst stationiert.  

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Einen besonderen Anhänger (Küchenanhänger erhielt im Dezember 2002 die FF-Logistik:

Um bei längeren oder besonderen Einsatzlagen die Verpflegung sicher stellen zu können, wurde ein serienmäßiger Verkaufsanhänger („Pommesbude“) beschafft, der mit einer ebenfalls serienmäßigen Kücheneinrichtung ausgestattet ist. Durch die große aufklappbare Seitenwand ist sowohl ein Wetterschutz für die Einsatzkräfte vor der durchgehenden Theke als auch eine großzügige Ausgabe der Speisen und Getränke gewährleistet. Da es sich um einen Anhänger handelt, der mit einem relativ tief sitzenden Rahmen versehen ist, können die Speisen und Getränke ohne Plattformen etc. direkt entnommen werden.  

2003

Zwei weitere VW Bus T4 Caravelle TDI mit Ausbau von TDS kamen als NEF und ELW 1. Zwei LF 16/12 (MB Atego/Ziegler), eine DLK 23/12 PLC 3 (MB Econic/Metz), das letzte der fünf geplanten baugleichen TLF 24/48-P und die beiden letzten KEF in den bekannten Ausführungen konnten ebenfalls beschafft werden.

Durch die nun vorhandene Anzahl von Kleineinsatzfahrzeugen war es möglich, eines der zuletzt genannten Fahrzeuge der Feuerwehrschule für Ausbildungszwecke zur Verfügung zu stellen. Es dient gleichzeitig als technische Reserve.

Die Kfz-Werkstatt erhielt einen Landrover Defender 130 CC mit Doppelkabine und Ladepritsche mit Ausbau durch DasTec Düsseldorf. Ziel war es dabei ein Transportfahrzeug zu finden, welches mit weniger als 3,5 t zGG trotzdem eine hohe Traktion und Zugleistung zur Ent-/Wasserung der Boote auf Trailer für Inspektionen etc. hat und noch Platz für mehrere Einsatzkräfte, Gepäck bzw. Ausrüstung für Überführungs-/Abnahme-Dienstreisen bietet. Diese Vorgaben werden in der gewählten Ausführung erfüllt.

Foto: Uwe Bunzel

 

Weitere Kleinfahrzeuge des Jahres 2003 sind ein als LKW bezeichneter gebrauchter VW Caddy für die Nachrichtentechnik sowie zwei VW Passat 4motion mit Ausbau von TDS Invents Lüneburg in ziviler Ausführung (normalrot und mit abnehmbarem Blaulicht). Einer davon wird als PKW (v.a. für Dienstreisen über größere Entfernungen beispielsweise bei Fahrzeugabnahmen etc.) und einer als KdoW genutzt.  

 

Foto: Uwe Bunzel

Auch ein WLF in Sonderausführung konnte der FRW 10 übergeben werden: Ein MB Actros 3340 AK 6x6 mit Singlebereifung und dadurch hoher Geländefähigkeit wurde mit einer Abrollkippereinrichtung von Palfinger (Palift T16) und einem ebenfalls von Palfinger stammenden fernsteuerbaren Ladekran PK 24500 C (24,5 mt Kran) mit Kranwinde ausgerüstet.  

 

Das sogenannte WLF-K wird zukünftig mit dem im Jahr 2004 beschafften AB-Kran den FwK 45 bei seinen Einsätzen unterstützen. Darüber hinaus wird es auch für alle anderen besonderen Einsatzlagen Verwendung finden wie z.B. Wasserung von Booten bei extremen Niedrigwasserständen (bei denen die „Nato-Rampen“ nicht mehr nutzbar sind) oder für die Unterstützung bei TH-Baueinsätzen mit den geplanten (in 2004 ausgeschriebenen) beiden AB-Bau mit unterschiedlicher Ausstattung.  

 

Für den Transport von Fahrzeugen bis 12 Tonnen Gewicht und Abrollbehältern bzw. Containern bis 20 Fuß wurde ein Plateauanhänger (siehe FFZ 2/2004) von Hüffermann gekauft. Der Anhänger dient auch der Fahrschule bei der Führerscheinausbildung.

Vier neue bzw. umgenutzte Abrollbehälter ergänzten die vorhandenen Behälter. Im Einzelnen handelt es sich um einen AB-Mulde (öldicht, halbhoch mit Zeltplanendach), einen AB-Nachschub (hohe Mulde mit Planendach), einen AB-Anschlagmittel (ehemaliger AB-Schaum, der übergangsweise bis zur Indienststellung des AB-Kran genutzt wurde) und einen AB-Atemschutz der als Raumzelle von der Firma Heines aufgebaut wurde.  

 

Der AB-A wird bei Ausfällen des GW-A als Ersatz in Dienst genommen und rückt darüber hinaus auch bei Paralleleinsätzen und bei Einsätzen im Bereich der U-Bahn aus. Um einem Erstabmarsch zu gewährleisten ist er immer auf einem Trägerfahrzeug aufgesattelt. Seine Beladung umfaßt u.a. 30 PA 94 und PA 94 plus, 18 Regenerationsgeräte Dräger BG 4, 3 CSA, Kühlwesten und Eiskerzen für BG 4 sowie 49 Reserve Atemluftflaschen.  

Foto: Uwe Bunzel

 

Als Ersatz für ein sehr altes Fahrzeug (Magirus Eckhauber) kam ein "neuer" GW-Logistik/GW-Licht:

Foto: Uwe Bunzel

Ein ehemaliger RW 1 des Katastrophenschutzes auf Unimog 1300 L (Baujahr 1984) wurden von Thoma mit einem Lichtmast ausgestattet. Alle weiteren Umbauten zur Aufnahme der umfangreichen Beleuchtungsausstattung mit Zubehör wurde von der BF Düsseldorf in Eigenleistung erbracht. Das Fahrzeug kommt zusammen mit einem Polyma Lichtmastanhänger zum Einsatz

 

Als Zug- und Versorgungsfahrzeug für den bereits erwähnten Küchenanhänger konnte der gleichen FF noch ein ebenfalls gebraucht erworbener und mit Eigenausbau versehener MB Sprinter 312 D Kastenwagen mit Hochdach und langem Radstand zur Verfügung gestellt werden. Dieses Fahrzeug dient u.a. dem Transport eines Stromerzeugers mit Kabeltrommeln, Tragluftzelt, Sitzbänken und Tischen. Ein Teil der Beladung ist auf Rollwagen gelagert und kann über eine heckseitige ausklappbare Rampe ausgeladen werden.  

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Für den Krankentransport wurden zwei KTW beschafft. KFB baute zwei VW T4 TDI Triebköpfe mit Kofferaufbauten auf Niederrahmenchassis als Notfall-KTW nach DIN EN 1789 Typ A 22 (Nutzung bei ASB MHD).

 

Der Hintergrund für diese Entscheidung:  

Nach der Neuorganisation des Krankentransportes ausschließlich bei den Hilfsorganisationen machte die Beschaffung von KTW nach Typ B (DIN EN 1789) keinen Sinn mehr, weil dort in der Regel nicht ausreichend qualifiziertes Personal dafür vorgehalten wird. Es wurden daher in der Beladung angepasste KTW Typ A 2 beschafft, wobei das Hauptaugenmerk auf innerstädtischen Transport bei möglichst guter Ergonomie lag.

2004

Neben einer Vielzahl weiterer RTW (6) und KTW (12, Ersatz ausnahmslos für Fahrzeuge älter als zehn Jahre mit Fahrleistungen weit mehr als 150.000 km), einem AB-Gefahrgut (Ziegler), einem GW-Höhenrettung (GW-H) von Ziegler auf MB Vario 814 FA, einem weiteren TLF 16/24 Tr (diesmal nach Ausschreibung Magirus auf MAN), einem neuen größeren Logistik LKW (MB Vario) für den täglichen Wachverkehr, drei geländegängige LF 16 TS (auf Basis des LF 10/6) für den kommunalen Katastrophenschutz und einem ELW 1/Meßleitwagen (Dräger auf MB Sprinter 413 CDI) welche in der Bauphase sind, konnten bereits eine weitere DLK 23/12 PLC 3 von Metz auf MB Econic 1828 LL (nun in der Ausführung L32), ein weiteres WLF auf MB Actros 1832 (insbesondere für die Fahrschule beschafft, in noch nicht fertig beklebtem Zustand) und ein Abrollbehälter Kran aus der Heines-Produktion in Dienst gestellt werden.  

 

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DLK 23/12 PLC 3 WLF auf MB Actros 1832
 

Der nach den Vorgaben der BF gefertigte AB-Kran dient u.a. dem Transport des bereits vorhandenen Mannkorbes mit Notfahreinrichtung und Bergeluke an der Unterseite, Palettengabel, Greiferschaufel, Lastnetze, Transportbehälter von 40  bis 800 l, diverse Anschlag­mittel, Transportzangen und einem Hydraulikaggregat für den Notbetrieb des FwK. Durch die optimierte Lagerung wird sichergestellt, daß die mitgeführten Ausrüstungsgegenstände schnell und sicher aus dem Aufbau entnommen werden können bzw. der Mannkorb direkt vom FwK aus dem Aufbau gehoben werden kann.

Seine Notwendigkeit bewies der provisorische Vorgänger (AB-Anschlagmittel) bereits während des dramatischen Einsatzes beim Einsturz von insgesamt drei Turmdrehkränen an einer Baustelle auf der Königsallee im Jahr 2003. 

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Als letzte Neuheiten 2004 registriert wurden bisher ein MTF auf MB Viano CDI mit 2,2 L Dieselmotor in getarnter Ausführung mit abnehmbarem Blaulicht und ein GW­Logistik 1 für das DRK im Rahmen des kommunalen Katastrophenschut­zes. Bei dem zuletzt genannten Fahrzeug wurde die bereits an anderer Stelle des Artikels genannte Variante Beschaffung eines Gebrauchtfahrzeuges gewählt:

Der weiße MB Vario 814 D mit Doppelkabine, Pritsche, Plane und Ladebordwand konnte 2004 als gut erhaltenes Gebrauchtfahrzeug (BJ 2000) erworben und anschließend in den eigenen Werkstätten zu einem Einsatzfahrzeug umgerüstet werden. Die Beklebung mit Folien im Design der Feuerwehr Düsseldorf vervollständigte das Fahrzeug, welches im Juli 2004 dem DRK zur Nutzung übergeben wurde

 

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MB Viano CDI

GW­Logistik 1

 

Die Ausschreibungen für einen neuen GW-A und einen neuen ELW 2 befinden sich in Vorbereitung und sollen noch 2004 veröffentlicht werden. Weiterhin sind in 2004 noch folgende Projekte geplant:

AB-Tro/CO2 (Ersatz), ein zusätzlicher baugleicher Landrover 130 CC (der "alte" aus 2003 geht dann zur Schule als MZF bzw. geländegängiger KdoW auch für die Löschwasserversorgung, einer der Schwerpunkte der dort stationierten LG Garath) sowie ein größeres MZF für die RettAss-Schule. Das bisher dort genutzte MTF geht dann zur LG-Himmelgeist und ersetzt dort ein älteres Fahrzeug.

Bereits bei Ziegler in Bau befindet sich ein neuer GW-Wasserrettung (GW-W) mit einem anderen Aufbaukonzept als bisher auf der Basis eines MB Atego.

Weitere Planungen

Für die nächsten Jahre sind außerdem noch geplant:

  • Ab 2005 Beschaffung einer neuen HLF-Generation auf Basis des HLF 20/16 in einer geringen Stückzahl als Prototypen für den ab ca. 2007 beginnenden Ersatz der LF 24;

  • Zwei geländegängige Stapler als Konsequenz aus den Erfahrungen mit Hochwasserlagen;

  • Drei GW-Logistik (mit Truppführerhaus, erhöhter Watfähigkeit und voller Geländegängigkeit) als SW 2000;

  • GW-Löschwasserrückhaltung bzw. zur Dekon-G.

Nach Auswertung einiger Gefahrguteinsätze läuft derzeit ein zweijähriges Projekt zur Neustrukturierung des ABC-Einsatzes der Feuerwehr Düsseldorf. Als Folge daraus wird es sicherlich einige Änderungen bzw. Ergänzungen v.a. bei den Abrollbehältern geben.

Ab 2006 will man mit der nächsten DLK-Serie zunächst mit einem Fahrzeug sowie mit der Ersatzbeschaffung der ELW 1 für den C-Dienst beginnen. Geplant ist dann auch die Ersatzbeschaffung für den alten RW 2.

Zu all diesen Maßnahmen kommen noch bauliche Investitionen in hohen zweistelligen Millionenbeträgen für u.a.

  • neue integrierte Leitstelle (Inbetriebnahme 2004),

  • neue Rettungswachen,

  • neue NEF-Station,

  • Sanierung Technik- und Umweltwache (FW 10),

  • Sanierung der alten FRW.

Einige der Maßnahmen gehen einher mit geplanten technischen Beschaffungen bzw. deren genauer Spezifizierung (z.B. ELW 2 kompatibel zur Leitstellentechnik, Stromerzeuger für den Notbetrieb der Leitstelle ausreichend usw.).

Schlussbemerkung

Dieser Beitrag stellt den Versuch dar, einen über mehrere Jahre hinweg durchgeführten Veränderungsprozess in der Fahrzeugtechnik einer großen öffentlichen Feuerwehr nachvollziehbar aufzuzeigen. Wie bereits erwähnt wurden nicht alle detaillierten technischen Informationen zu den Fahrzeugen wiedergegeben (auch wenn dies möglich gewesen wäre, gleiches gilt für den Bereich der Abbildungen), da dies den Rahmen des ohnehin sehr umfangreichen Artikels gesprengt hätte.

Es kann auch nicht der einhundertprozentige Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden, jedoch kann der Verfasser gewährleisten, dass durch die ihm zur Verfügung gestandenen Nachschlage- und Informationsmittel sowie der Unterstützung durch die Mitarbeiter der BF Düsseldorf (hier insbesondere OBR Ulrich Cimolino und Jürgen Truckenmüller) das in dieser Form Maximum an Darstellbarem vorliegt.

Verfasser: Uwe Bunzel; Fotos: Verfasser (49); Jürgen Truckenmüller (13)

 

Informationsquellen 

  •  Buch 125 Jahre Feuerwehr Düsseldorf

  • Homepage Jürgen Truckenmüller (www.truckenmueller.de)

  • Diverse Veröffentlichungen der Feuerwehr Düsseldorf als Pressebericht bzw. Beiträge in den Fachzeitschriften 112/FFZ

  • 112 Spezial Flughafenbrand Düsseldorf

  • Recherche vor Ort  

 

Der Artikel ist erschienen in der Feuerwehr Fachzeitschrift FFZ Heft 8 und 9.2004

Eine Weiterverwendung ist nur nach Zustimmung der Urheber gestattet.

Danke an den Verfasser Uwe Bunzel und der Redaktion der FFZ für die Erlaubnis zur Veröffentlichung